Motorische Meilensteine bei Babys und Kindern

Auf dieser Seite beschreibe ich die wichtigsten motorischen Meilensteine vom Neugeborenen bis zum Alter von 5 Jahren. Nebenbei nenne ich auch einige Meilensteine für Sinne, Kontakt und Sprache.

Die Meilensteine geben einen guten Einblick, wie sich Kinder typischerweise entwickeln und worauf es sich lohnt, dabei zu achten. Kinder entwickeln sich allerdings verschieden, und deshalb kann es große Unterschiede geben, wann die einzelnen Fähigkeiten erlernt werden.

Ich finde es wichtig, dass du als Mutter oder Vater verlässliches Wissen über die Entwicklung deines Kindes bekommst. Zum einen, weil es spannend ist, all die neuen Fähigkeiten mitzuerleben, und zum anderen, weil dieses Wissen dir die Möglichkeit gibt, die Entwicklung zu unterstützen und zu reagieren, wenn etwas nicht ganz wie erwartet läuft. Gleichzeitig weiß ich, dass es unnötige Sorgen auslösen kann, zu lesen, was ein Baby in einem bestimmten Alter können sollte. Auf diese Balance achte ich sehr. Deshalb empfehle ich dir, den Abschnitt Anti-Sorgen zu lesen, bevor du meine Meilenstein-Seite nutzt.

Liebe Grüße, Maria ❤️

BABY- &
KINDER-
MEILENSTEINE

Einführung

Anti-Sorgen

Die motorische Entwicklung deines Babys zu verfolgen, ist ein ganz sinnvoller und vernünftiger Weg, um im Blick zu behalten, ob die Entwicklung gut vorangeht. Deshalb orientieren sich auch Kinderärzte, Hebammen und Physiotherapeuten an den verschiedenen Meilensteinen, wenn sie die Entwicklung eines Kindes beurteilen.

Aber Meilensteine sind keine starre Checkliste, die alle Kinder haargenau erfüllen müssen. Manche Babys entwickeln bestimmte Fähigkeiten schnell, während andere etwas mehr Zeit brauchen. Das ist ganz natürlich, und ein Baby kann sich völlig normal entwickeln, auch wenn es nicht genau dem Durchschnitt entspricht.

Es ist aber auch wichtig zu wissen, dass es einen Unterschied gibt zwischen normaler Variation und Anzeichen dafür, dass ein Kind vielleicht zusätzliche Unterstützung oder eine genauere Untersuchung braucht. Manchmal geht es nur darum, dem Kind bessere Möglichkeiten zu geben, seinen Körper zu nutzen und zu entwickeln. In anderen Fällen gibt es gute Gründe, zu untersuchen, warum die Entwicklung nicht ganz wie erwartet verläuft.

Es braucht natürlich Erfahrung, um den Unterschied zu beurteilen. Deshalb ist mein wichtigster Rat, die Meilensteine als Hilfe zu nutzen, um die Entwicklung deines Kindes zu verstehen, und genauer hinzuschauen, wenn etwas vielleicht aus dem Rahmen fällt.

Es gibt keinen Grund, sich im Voraus Sorgen zu machen, aber auch keinen Grund, mit einer Sorge herumzulaufen, die sich vielleicht mit ein wenig fachlicher Beratung klären lässt.

Durchschnittliche motorische Entwicklung

Die glockenförmige Kurve auf dem Bild ist eine vereinfachte Darstellung davon, wie Kinder, die sich normal entwickeln, dieselbe Fähigkeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten erreichen können. Viele Kinder erreichen einen Meilenstein um das durchschnittliche Alter herum, manche etwas früher und andere etwas später.

Wie groß die Variation ist, hängt vom einzelnen Meilenstein ab. Manche Fähigkeiten entwickeln sich in einer relativ engen Altersspanne, andere haben eine viel größere Spannweite. Deshalb kann dein Kind eine ganz normale motorische Entwicklung haben, auch wenn eine bestimmte Fähigkeit früher oder später kommt als in dem Alter, das hier auf der Seite angegeben ist.

Baby- und Kinder-Meilensteine: durchschnittliche motorische Entwicklung

Wichtig ist auch, die Gesamtentwicklung des Kindes und die Qualität der Bewegungen zu betrachten. So kann es zum Beispiel wichtiger sein, auf einen deutlichen Unterschied zwischen der rechten und der linken Körperseite zu achten, als darauf, ob eine bestimmte Fähigkeit ein paar Wochen später als im Durchschnitt kommt.

Unter jedem Meilenstein findest du den Abschnitt „Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby…“. Die Punkte sollen dir helfen, Anzeichen zu erkennen, die es wert sein können, genauer angeschaut zu werden. Sie bedeuten nicht unbedingt, dass etwas nicht stimmt, aber einige davon sollten Anlass für eine fachliche Einschätzung sein, auch wenn sich das Kind ansonsten gut entwickelt.

Wenn dein Baby zu früh geboren ist

Wenn ein Baby mehr als drei Wochen zu früh geboren ist, werden die Meilensteine in den ersten beiden Lebensjahren grundsätzlich nach dem korrigierten Alter beurteilt. Das korrigierte Alter ist das Alter, das das Baby hätte, wenn es zum errechneten Termin geboren worden wäre. Ist ein Baby zum Beispiel 8 Wochen vor dem Termin geboren und jetzt 6 Monate alt, entspricht das korrigierte Alter etwa 4 Monaten. Das bedeutet, dass berücksichtigt wird, wie viele Wochen vor dem Termin das Kind geboren wurde.

Man verwendet das korrigierte Alter in der Regel, bis das Kind etwa 2 Jahre alt ist, weil die zusätzlichen Wochen oder Monate, die das Kind eigentlich noch im Bauch verbracht hätte, natürlich Einfluss darauf haben, wann sich die verschiedenen Fähigkeiten entwickeln. Trotzdem ist es wichtig, darauf zu schauen, wie sich das Baby bewegt, seinen Körper einsetzt und neue Fähigkeiten entwickelt. Das korrigierte Alter gehört also zur Beurteilung dazu, ersetzt aber keine individuelle Beurteilung der motorischen Entwicklung des Kindes.

Wann ist es sinnvoll, aktiv zu werden?

In den ersten Lebensjahren ist das Gehirn besonders formbar, und es entwickelt sich mit den Erfahrungen, die das Kind macht. Wenn ein Baby gute Möglichkeiten bekommt, seinen Körper zu nutzen, Kraft aufzubauen, gegen die Schwerkraft zu arbeiten und neue Bewegungen auszuprobieren, entsteht ein wichtiges Fundament für die weitere motorische Entwicklung.

Deshalb finde ich es als in Dänemark autorisierte Kinderphysiotherapeutin wichtig, die motorische Entwicklung aktiv durch Spiel und Bewegung zu unterstützen, auch bei Kindern, die sich ganz normal entwickeln. Das muss weder kompliziert noch zeitaufwendig sein. Schon kleine, schöne Bewegungsmomente im Laufe des Tages können viel bewirken, und das Wichtigste ist, dass die Aktivitäten zur Entwicklung deines Kindes passen und die Freude an der Bewegung im Mittelpunkt steht.

Wenn dein Kind in seiner motorischen Entwicklung deutlich verzögert ist, seinen Körper sehr asymmetrisch einsetzt, Fähigkeiten verliert oder bei Bewegung unwohl wirkt, lass dagegen am besten abklären, woran das liegt. Je nachdem, was du beobachtest, kann es sinnvoll sein, dich in deiner Kinderarztpraxis oder in einer Praxis für Kinderphysiotherapie beraten zu lassen. Frühzeitig zu handeln, kann oft einen großen Unterschied machen.

Zum Glück kannst du viel tun, um deinem Kind gute motorische Voraussetzungen zu geben, sowohl wenn die Entwicklung ganz wie erwartet verläuft als auch wenn etwas zusätzliche Hilfe nötig ist.

Du kannst jederzeit gern eine physiotherapeutische Konsultation bei mir buchen, entweder in meiner Praxis DeveloBaby Børnefysioterapi in Aarhus (Dänemark), zu ausgewählten Terminen bei Babytjekket in Kopenhagen oder online.

Wann gibt es wirklich Grund zur Sorge?

Zum Glück sind die allermeisten Unterschiede in der motorischen Entwicklung von Babys völlig harmlos. Es gibt aber auch Situationen, in denen es wichtig ist zu reagieren.

Wenn ein Baby in seiner motorischen Entwicklung deutlich verzögert ist, über längere Zeit kaum neue Fähigkeiten entwickelt oder seinen Körper sehr asymmetrisch einsetzt, lass am besten abklären, woran das liegt. Dasselbe gilt, wenn ein Baby Fähigkeiten verliert, die es vorher schon konnte. Dann ist es wichtig, sich an die Kinderarztpraxis zu wenden, statt abzuwarten.

Wenn ein Kind zusätzliche Hilfe bei seiner motorischen Entwicklung braucht, heißt das zum Glück noch lange nicht, dass etwas Ernstes dahintersteckt. Oft können gezielte motorische Unterstützung und kleine Veränderungen im Alltag einen wirklich großen Unterschied machen. Und wenn weitere Untersuchungen oder eine Behandlung nötig sind, ist es ein großer Vorteil, das früh zu erkennen.

Deshalb rate ich immer dazu, auf eine echte Sorge zu reagieren, statt unnötig zu warten. Ein Gespräch in deiner Kinderarztpraxis oder in einer Praxis für Kinderphysiotherapie kann ein guter Anfang sein.

Motorische Unterstützung zu Hause

Mit meinen motorischen Übungsprogrammen ist es leicht, die motorische Entwicklung deines Babys zu Hause mit Übungen und Spielen zu unterstützen, die Spaß machen. Mit den Programmen kannst du sofort loslegen und im Alltag aktiv etwas tun, ohne dass es viel Zeit oder besondere Ausstattung braucht.

Die Programme kannst du vorbeugend und als Anregung für gute motorische Spiele nutzen, aber auch zur gezielten Unterstützung bei kleineren motorischen Herausforderungen wie zum Beispiel einem Flachkopf oder Schiefkopf, einer Lieblingsseite, einer asymmetrischen Entwicklung oder verminderter Bewegungsqualität und Ausdauer. Sie eignen sich außerdem als Ergänzung zu einer Behandlung bei anderen Fachleuten. Bei deutlichen oder anhaltenden motorischen Herausforderungen ist es wichtig, auch abklären zu lassen, ob eine individuelle Untersuchung nötig ist.

Die Übungen sind einfach und so gemacht, dass sie in die Momente passen, in denen du sowieso mit deinem Baby zusammen bist. Ich habe sie nach Priorität geordnet, sodass es völlig in Ordnung ist, dich auf die ersten 3–5 Übungen zu beschränken, wenn Zeit oder Kraft knapp sind. Und an Tagen, an denen Zeit und Lust auf mehr aktives Spielen da sind, kannst du ruhig mehr machen. Meine motorischen Übungsprogramme beruhen auf meiner physiotherapeutischen Erfahrung aus zwei Jahrzehnten, relevantem forschungsbasiertem Wissen und aktuellen fachlichen Empfehlungen. Das Ziel ist, Kindern zu helfen, eine kräftige, vielfältige und gut funktionierende Motorik zu entwickeln, mit der Freude an der Bewegung im Mittelpunkt.

Schlaf und Sinne

  • DeveloBaby Babyschlaf
    Für Babys von etwa 4 Wochen bis 2 Jahren mit motorischer Unruhe oder einem großen Bedürfnis nach sensorischer Stimulation, die deshalb schwer zur Ruhe kommen, schwer einschlafen oder nicht länger am Stück schlafen. Das Programm enthält regulierende Übungen zur sensorischen Stimulation und konkrete Tipps, wie du mehr Ruhe in den Schlaf und in den Alltag insgesamt bringst.
  • DeveloBaby Sensorische Integration
    Für Kinder ab etwa 2 Jahren mit Anzeichen von Schwierigkeiten in der sensorischen Verarbeitung. Das können zum Beispiel Kinder sein, die sehr reizsuchend oder reizempfindlich sind, schwer zur Ruhe kommen, Probleme mit dem Schlaf haben oder stark auf die Sinneseindrücke des Alltags reagieren. Das Programm enthält sensomotorische Spiele und Aktivitäten, die die Regulation und das Wohlbefinden von Kindern unterstützen können.
  • Buch: Sansevenlig Hverdag (Sinnesfreundlicher Alltag)
    Das Buch Sansevenlig Hverdag habe ich für Eltern geschrieben, die das Nervensystem, das Arousal, die Sinnesverarbeitung und die Regulation ihres Kindes etwas besser verstehen möchten. Das Buch ist z.Z. nur auf Dänisch erhältlich. Es ist in drei Teile gegliedert. In Teil 1, Sensorische Integration verstehen, bekommst du leicht verständliches Fachwissen über die Sinne und das Nervensystem deines Kindes. Teil 2, Die stille Sprache des Kindes, hilft dir, hinter das Verhalten deines Kindes zu schauen und zu verstehen, was es ausdrücken kann. In Teil 3, Ein sinnesfreundlicher Alltag in der Praxis, bekommst du viele konkrete Ideen für Aktivitäten, Spiele und kleine Anpassungen, die den Alltag für die ganze Familie sinnesfreundlicher machen können.

Bauchlage und Drehen

Für die motorische Phase, in der dein Baby übt, auf dem Bauch zu liegen, den Kopf zu heben und zu halten, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen, seine Füße zu greifen und sich auf dem Bauch im Kreis zu drehen (Pivotieren).

  • DeveloBaby Bauchlage und Drehen
    Für Babys ab 4 Wochen, sowohl als Spielidee für den Alltag als auch bei einer leichten motorischen Entwicklungsverzögerung. Die Übungen helfen dabei, Kraft und Kontrolle über den Körper aufzubauen, als Grundlage für die nächsten motorischen Meilensteine.
  • DeveloBaby Überstreckung
    Für Babys, die sich überstrecken, also zum Beispiel stark nach hinten spannen oder größere Schwierigkeiten mit der Bauchlage haben. Das Programm ist auch bei einem Flachkopf (Brachyzephalie) geeignet.
  • DeveloBaby Lieblingsseite
    Für Babys mit einer Lieblingsseite, die den Kopf meistens zur selben Seite drehen oder neigen oder deren Körper sich deutlich zu einer C-Form (Bananenform) biegt. Das Programm kann auch bei einem Schiefkopf (Plagiozephalie) genutzt werden und legt einen besonderen Schwerpunkt darauf, gleichmäßige Bewegung und Kraft auf beiden Körperseiten zu unterstützen.

Robben

Für die motorische Phase, in der sich dein Baby vom Rücken auf den Bauch drehen kann und bald bereit ist, auf dem Bauch vorwärtszukommen.

  • DeveloBaby Robben
    Für Babys, die noch nicht auf dem Bauch vorwärtsrobben. Das Programm enthält Übungen, die den Körper stärken und deinem Baby helfen, die Bewegungen und die Koordination zu entwickeln, die es braucht, um in der Bauchlage mit Armen und Beinen vorwärtszukommen.

Krabbeln

Für die motorische Phase, in der dein Baby schon auf dem Bauch vorwärtsrobben kann und bereit ist zu üben, auf alle Viere zu kommen und zu krabbeln.

  • DeveloBaby Krabbeln
    Für Babys, die schon auf dem Bauch vorwärtsrobben, entweder mit Überkreuzbewegungen oder mit beiden Seiten gleichzeitig (symmetrisches Robben). Das Programm enthält Übungen, mit denen dein Baby Kraft, Stabilität und Koordination auf dem Weg zum Krabbeln auf allen Vieren aufbaut. Es eignet sich auch bei einer motorischen Entwicklungsverzögerung.
  • DeveloBaby Einseitiges Robben
    Für Babys, die einseitig robben: Ein Arm und das gegenüberliegende Bein leisten den größten Teil der Arbeit, während das andere Bein kaum mithilft. Auch die Übungen in diesem Programm zielen auf das Krabbeln auf allen Vieren, aber mit besonderem Schwerpunkt darauf, die weniger aktive Seite zu stärken und eine gleichmäßigere Kraft auf beiden Körperseiten zu unterstützen.

Laufen

Für die motorische Phase, in der dein Baby übt, sich an den Möbeln hochzuziehen, mit Unterstützung seitwärts zu gehen und nach und nach seine ersten freien Schritte zu machen.

  • DeveloBaby Laufen lernen
    Für Babys, die schon auf allen Vieren krabbeln und auf dem Weg zum Stehen und Laufen sind. Das Programm eignet sich als Spielidee oder bei einer motorischen Entwicklungsverzögerung und enthält Übungen, die Beine, Hüften, Rumpfstabilität und Gleichgewicht stärken. Es eignet sich auch für Kinder, die sich auf den Knien vorwärtsbewegen.
  • DeveloBaby Tarzankrabbeln und Po-Rutschen
    Für Babys, die mit einem aufgestellten Fuß krabbeln (Tarzankrabbeln) oder sich im Sitzen auf dem Po vorwärtsbewegen (Po-Rutschen) und noch nicht ohne Unterstützung laufen. Dieses Programm enthält ebenfalls Übungen zum Laufen, allerdings mit einem besonderen Schwerpunkt darauf, beide Körperseiten und die Rotationsmuskeln zu stärken, damit der Körper auf dem Weg zum stabilen Laufen auf beiden Seiten gleichmäßiger stark werden kann.

Meilensteine von der Geburt bis zum Alter von 5 Jahren

1. Monat

Im ersten Monat geht es vor allem darum, in der Welt anzukommen, für dein Baby und für die ganze Familie. Dein Baby braucht Zeit, um sich ganz in Ruhe daran zu gewöhnen, wie die Schwerkraft auf seinen Körper wirkt, und an all die neuen Sinneseindrücke durch Licht, Geräusche, Gerüche und Berührungen. Gleichzeitig braucht die Familie Ruhe, um sich im neuen Alltag einzufinden.

Die meisten Bewegungen deines Babys sind in diesem Monat noch spontan und stark von angeborenen Reflexen geprägt. Die Bewegungen können ruckartig und unkoordiniert wirken, aber schon jetzt kann man die ersten zarten Anfänge von sozialem Kontakt und Körperkontrolle sehen.

Im Laufe des ersten Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 1. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • Arme, Beine und Rumpf in spontanen und vielfältigen Bewegungen bewegen, die oft den ganzen Körper einbeziehen. Die Bewegungen können ruckartig und unkoordiniert sein, werden aber nach und nach flüssiger, während das Nervensystem reift.
  • beide Körperseiten nutzen und im Großen und Ganzen den rechten und linken Arm und das rechte und linke Bein etwa gleich viel bewegen.
  • oft natürlich gebeugt liegen, mit zum Körper hin angezogenen Armen und Beinen, und sich weich und ohne Widerstand einrollen lassen.
  • in Bauchlage mit ganz zur Seite gedrehtem Kopf liegen, sodass die Nase frei ist.
  • in Bauchlage versuchen, den Kopf kurz von der Unterlage zu heben.
  • den Kopf noch nicht selbst halten können, wenn es getragen wird.
  • in Rückenlage den Kopf frei zu beiden Seiten drehen können, sodass die Wange auf der Unterlage liegt.
  • sich zu einer Seite steifer anfühlen oder sich schwerer in einen Bogen biegen lassen als zur anderen.
  • deutliche frühkindliche Reflexe haben:
    • Moro-Reflex
      Streckt bei Schreck die Arme aus.
    • Saugreflex
      Beginnt automatisch zu saugen, wenn Brustwarze, Schnuller oder Finger den Bereich um Gaumen und Zunge berühren.
    • Suchreflex
      Dreht den Kopf und öffnet den Mund in Richtung einer Berührung an Wange und Mund.
    • Schreitreflex
      Macht spontan kleine Schritte, wenn die Füße die Unterlage berühren.
    • Asymmetrisch-tonischer Nackenreflex/ATNR („Fechterstellung“)
      Ist manchmal zu sehen, wenn der Kopf zur Seite gedreht wird: Der Arm auf der Gesichtsseite streckt sich stärker, während der andere Arm sich beugt.
Feinmotorische Meilensteine
  • meistens die Hände geschlossen haben.
  • starke Greifreflexe in Händen und Füßen haben.
  • ab und zu die Hände zum Gesicht oder zum Mund führen und daran saugen.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • auf 20–30 cm Entfernung am besten sehen, das entspricht dem Abstand zu einem Gesicht beim Stillen oder beim Fläschchen.
  • sich besonders für Gesichter und klare Muster mit starken Kontrasten interessieren.
  • beginnen, einem Gesicht oder einem deutlich sichtbaren Gegenstand kurz mit dem Blick zu folgen.
  • ab und zu schielen. Das ist in den ersten paar Monaten normal.
  • vertraute Stimmen aus der Schwangerschaft wiedererkennen.
  • auf plötzliche laute Geräusche reagieren, zum Beispiel durch Blinzeln, Erschrecken oder einen Moro-Reflex.
  • beim Haut-an-Haut-Kontakt, beim engen Halten und sanften Wiegen und beim Saugen zur Ruhe kommen.
  • ganz kurze Phasen ruhiger, wacher Aufmerksamkeit haben.
  • hauptsächlich durch Weinen kommunizieren.
  • kleine, zufällige, süße Grunzlaute und weiche Vokallaute machen.
Ideen für Aktivitäten
  • Haut an Haut und Bauchlage
    Mit der Bauchlage kannst du ganz von Anfang an beginnen. In den ersten Wochen kann das zum Beispiel auf der Brust eines Erwachsenen sein und nach und nach auch für kurze Zeit auf einer festen Unterlage, während dein Baby wach ist und du dabei bist. Dabei trainiert es die Muskeln in Nacken und Körper und sammelt Erfahrung darin, Kopf und Oberkörper gegen die Schwerkraft anzuheben. Eine gute kleine Gewohnheit ist es, die Bauchlage nach (manchen) Windelwechseln am Tag zu üben, so wird sie ganz natürlich Teil des Alltags.
  • Platz für freie Bewegung
    Leg dein Baby jeden Tag auf den Rücken auf eine feste, sichere Unterlage, damit es Arme und Beine frei bewegen kann. So kann dein Baby seinen Körper spüren, spontane Bewegungen üben und nach und nach mehr Kontrolle über seinen Körper entwickeln.
  • Zeit für Blickkontakt
    Reden, leises Singen und Mimik von einem vertrauten Erwachsenen sind die beste Unterhaltung für ein neugeborenes Baby. Achte darauf, dass der Abstand nicht mehr als 20–30 cm beträgt.
  • Seiten und Positionen abwechseln
    Wechsle ab, auf welchem Arm du dein Baby trägst, von welcher Seite aus du mit ihm sprichst und spielst und in welche Richtung sein Kopf zeigt, wenn es wach liegt. Beim Stillen wechselst du ganz natürlich zwischen den Brüsten, und beim Fläschchen kannst du die Seite ebenfalls wechseln. Zum Schlafen legst du dein Baby aber weiterhin auf den Rücken.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • steif wirkt, sich schwer einrollen lässt oder sich oft wie ein „Flitzebogen“ nach hinten biegt.
  • einen Arm oder ein Bein deutlich weniger benutzt als die andere Seite oder den Moro-Reflex seitenungleich (asymmetrisch) zeigt.
  • den Kopf ständig schief hält oder fast immer zur selben Seite dreht.
  • eine deutlich schiefe oder ungewöhnliche Kopfform hat, besonders wenn sich das nicht nach und nach bessert oder sogar deutlicher wird.
  • anhaltend Schwierigkeiten hat, Brust oder Flasche richtig zu fassen, effektiv zu saugen oder dabei ein Vakuum aufzubauen.
  • sehr hoch und schrill weint, Schmerzen zu haben scheint oder ungewöhnlich schwer zu wecken ist.
  • nicht auf laute Geräusche reagiert.
  • nicht auf starkes Licht reagiert oder überhaupt nicht in der Lage zu sein scheint, den Blick kurz auf ein Gesicht in der Nähe zu richten.
Baby Meilensteine - 1. Monat

2. Monat

Im Laufe des 2. Monats wacht dein Baby so richtig für die Welt auf. Die Wachphasen werden länger, und der Körper entfaltet sich nach und nach aus der zusammengerollten Haltung, die es als Neugeborenes hatte. Das erste richtige Lächeln kommt oft in diesem Monat, und dein Baby bekommt langsam mehr Kontrolle über den Kopf und bewegt seinen Körper freier. Die spontanen Bewegungen werden nach und nach flüssiger, und dein Baby interessiert sich mehr für Gesichter, Stimmen und das, was in seiner Umgebung passiert.

Im Laufe des 2. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 2. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • Arme, Beine und Rumpf in immer flüssigeren und vielfältigeren Bewegungen bewegen.
  • beide Körperseiten nutzen und im Großen und Ganzen den rechten und linken Arm und das rechte und linke Bein etwa gleich viel bewegen.
  • sich nach und nach mehr strecken, während sich die gebeugte Haltung aus dem ersten Monat löst.
  • in Bauchlage den Kopf von der Unterlage heben und ihn kurz angehoben halten, oft etwa 45 Grad.
  • beginnen, sich in Bauchlage auf den Unterarmen abzustützen. Die Arme liegen noch etwas unter dem Oberkörper.
  • in Rückenlage den Kopf frei zu beiden Seiten drehen können und ihn nur kurz in der Mitte halten.
  • in Rückenlage vielfältig mit den Beinen strampeln, sowohl abwechselnd als auch mit beiden Beinen gleichzeitig.
  • noch die frühkindlichen Reflexe aus der Neugeborenenzeit haben, auch wenn einige nach und nach schwächer werden. Unter anderem wird der Schreitreflex meist weniger deutlich.
Feinmotorische Meilensteine
  • beginnen, die Hände öfter und länger am Stück zu öffnen.
  • noch deutliche Greifreflexe haben und den Finger eines Erwachsenen gut festhalten können.
  • ab und zu die Hände zum Gesicht und zum Mund führen und daran saugen.
  • beginnen, mit den Händen mehr Kontakt zur Umgebung zu haben, zum Beispiel indem es mit den Fingern über seine Kleidung oder die Unterlage streicht.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • beginnen zu lächeln, wenn es Gesichter sieht oder Stimmen hört, und zurückzulächeln. Das erste soziale Lächeln kommt oft im Alter von etwa 6–8 Wochen.
  • länger Blickkontakt halten und sich weiterhin besonders für Gesichter und klare Kontraste interessieren.
  • beginnen, einem Gesicht oder einem Spielzeug mit den Augen zu folgen, wenn es sich langsam von einer Seite zur anderen bewegt.
  • fröhlich oder aufmerksamer wirken.
  • beginnen, weiche Gurrlaute und andere Laute als Weinen zu machen.
  • beginnen, auf kleine „Gespräche“ zu reagieren, in denen ein Erwachsener spricht, eine Pause macht und Raum für die eigenen Laute und Gesichtsausdrücke des Babys lässt.
  • oft durch eine vertraute Stimme, engen Körperkontakt oder Hochnehmen zur Ruhe kommen.
Ideen für Aktivitäten
  • Bauchlage auf dem Boden
    Viele kurze Momente auf dem Bauch, über den Tag verteilt, stärken die Muskeln in Nacken, Rücken, Bauch und Schultern und bereiten den Körper auf die nächsten motorischen Meilensteine vor. Übe die Bauchlage jetzt öfter auf einer festen Unterlage auf dem Boden, am besten mit einem Erwachsenen auf Augenhöhe. Hilf deinem Baby eventuell, die Arme vor dem Körper zu platzieren, damit es sich leichter auf den Unterarmen abstützen kann. Übe die Bauchlage immer nur, wenn dein Baby wach ist und du dabei bist.
  • Erste Zwiegespräche
    Führe kleine „Gespräche“ mit deinem Baby, in denen ihr redet, lächelt und lustige Gesichter macht. Mach kleine Pausen, damit dein Baby die Möglichkeit hat, mit einem Lächeln, einem Laut oder einer Bewegung zu antworten. Probier auch einmal, langsam die Zunge herauszustrecken, und schau, ob dein Baby reagiert. Die kleinen Gespräche und der gegenseitige Kontakt unterstützen die frühe soziale und sprachliche Entwicklung.
  • Mit den Augen folgen
    Nimm ein Gesicht oder ein Spielzeug mit klaren Kontrasten in etwa 20–30 cm Entfernung. Beweg es langsam von einer Seite zur anderen, und gib deinem Baby viel Zeit, mitzukommen. Wenn dein Baby sowohl mit den Augen folgt als auch den Kopf dreht, wird das Zusammenspiel zwischen dem Sehen und den Bewegungen des Nackens angeregt. Denk daran, deinem Baby die Möglichkeit zu geben, zu beiden Seiten zu schauen und den Kopf zu drehen.
  • Freie Bewegung auf dem Boden
    Gib deinem Baby viel Zeit auf dem Rücken auf einer festen, sicheren Unterlage, wo es Arme und Beine ganz frei bewegen kann. Hier kann es strampeln, sich strecken, die Arme bewegen und nach und nach mehr Kontrolle über seinen Körper bekommen. Wechsle in den Wachphasen zwischen Rückenlage, Bauchlage und verschiedenen Positionen auf dem Arm ab.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • nicht auf laute Geräusche reagiert oder überhaupt nicht in der Lage zu sein scheint, den Blick auf Gesichter und Gegenstände in der Nähe zu richten oder ihnen zu folgen.
  • in Bauchlage nicht versucht, den Kopf von der Unterlage zu heben, oder große Schwierigkeiten mit der Bauchlage hat, obwohl die Position angepasst und in kurzen Einheiten geübt wird.
  • ungewöhnlich schlaff oder steif wirkt oder sich insgesamt sehr wenig bewegt.
  • sich oft kräftig wie ein „Flitzebogen“ nach hinten spannt oder den Körper ständig zur selben Seite in eine deutliche „C-Form“ (Bananenform) biegt.
  • einen Arm oder ein Bein deutlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • den Kopf schief hält oder fast immer zur selben Seite dreht, auch im Schlaf.
  • beginnt, einen Flachkopf oder Schiefkopf zu entwickeln.
  • sehr schrill oder ungewöhnlich weint, Schmerzen zu haben scheint oder schwer zu trösten ist.
Baby Meilensteine - 2. Monat

Es ist wichtig, dir Hilfe zu holen, wenn du dich über längere Zeit überfordert oder traurig fühlst oder es dir schwerfällt, Freude im Alltag zu finden. Mutter oder Vater zu werden, kann anstrengend sein, auch wenn sich dein Baby ganz normal entwickelt. Vielleicht ist der Schlaf schwierig, und vielleicht fordert dein Baby ständig deine Zeit und deine Kraft.

Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin, mit Freunden oder mit jemand anderem, dem du vertraust, darüber, wie es dir geht. Und scheu dich nicht, dich an deine Hebamme, deine Frauenarztpraxis oder deine Hausarztpraxis zu wenden, besonders wenn die belastenden Gefühle bleiben oder immer mehr Raum einnehmen. Es gibt Hilfe, und du musst das nicht allein durchstehen. ❤️

3. Monat

Im Laufe des 3. Monats entdeckt dein Baby so richtig seine Hände und übt, sie vor dem Körper zusammenzuführen und zum Mund zu bringen. Die Kopfkontrolle wird besser, und dein Baby bekommt nach und nach mehr Kraft und Stabilität im Körper. Auch der Kontakt wird lebendiger, mit viel Lächeln, kleinen Lauten und immer mehr Lust, zu kommunizieren und mitzubekommen, was in der Welt um dein Baby herum passiert.

Im Laufe des 3. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 3. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • in Rückenlage den Kopf längere Zeit in der Mitte halten und ihn frei zu beiden Seiten drehen können, sodass die Wange die Unterlage berührt.
  • in Bauchlage den Kopf kurz auf etwa 60–90 Grad heben und ihn zu beiden Seiten drehen.
  • beginnen, sich in Bauchlage aktiver auf den Unterarmen abzustützen, wobei die Ellbogen nach und nach weiter nach vorn kommen.
  • beginnen, in Bauchlage das Gewicht ein wenig von einem Unterarm auf den anderen zu verlagern, wenn es den Kopf dreht.
  • Becken und Oberschenkel auf der Unterlage halten können.
  • beginnen, in Rückenlage die Beine kurz von der Unterlage zu heben, während die Bauchmuskeln kräftiger werden.
  • den Kopf in aufrechter Haltung für kurze Zeit stabiler halten können, auch wenn er noch wackeln kann und etwas Unterstützung braucht.
  • beide Körperseiten etwa gleich viel benutzen und Arme und Beine in immer vielfältigeren und koordinierteren Bewegungen bewegen.
  • nach und nach schwächer werdende frühkindliche Reflexe haben. Unter anderem ist der Schreitreflex oft sehr schwach geworden oder nicht mehr deutlich.
Feinmotorische Meilensteine
  • die Hände offener haben als bisher und die Finger immer freier bewegen können.
  • beginnen, die Hände in der Mitte vor dem Körper zusammenzubringen und sie zu erkunden, indem sie sich gegenseitig berühren.
  • die Hände zum Mund führen und daran saugen.
  • beginnen, die Arme nach Spielzeug auszustrecken, das nah am Körper hängt, oder danach zu patschen, auch wenn die Bewegungen noch nicht sehr genau sind.
  • beginnen, eine leichte Rassel, die ihm in die Hand gelegt wird, kurz festhalten zu können.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • einem Gesicht oder Spielzeug mit den Augen folgen, wenn es sich langsam zu beiden Seiten bewegt.
  • beginnen, seine eigenen Hände zu entdecken und sie interessiert anzuschauen.
  • auf Geräusche und Stimmen reagieren und beginnen, den Blick oder den Kopf zu ihnen zu wenden.
  • sozial lächeln und länger Blickkontakt halten.
  • mit dem ganzen Körper auf Kontakt reagieren, zum Beispiel indem es mit den Beinen strampelt, mit den Armen wedelt und lächelt.
  • aktiver mit weichen Vokallauten wie „aah“ und „ooh“ gurren und beginnen, mit Lauten zu antworten.
  • auf einige der Gesichtsausdrücke reagieren, die ein Erwachsener im Kontakt mit ihm zeigt, und beginnen, sie nachzuahmen.
Ideen für Aktivitäten
  • Seitliche Tragehaltung
    Probier, dein Baby leicht zur Seite geneigt zu tragen, mit dem Rücken an deinem Bauch und dem Blick nach außen. Wenn der Körper etwas zur Seite geneigt ist, müssen die Muskeln seitlich an Hals und Körper arbeiten, um den Kopf in der Mitte zu halten. Das ist eine gute Möglichkeit, die aktive Kopfkontrolle anzuregen und den Körper für die nächsten motorischen Meilensteine zu stärken. Stütze dein Baby gut am Körper und bei Bedarf am Kopf, und denk daran, zwischen rechter und linker Seite zu wechseln.
  • Spielbogen
    In diesem Monat interessiert sich dein Baby mehr für Spielzeug, das vor seinem Körper hängt, und versucht nach und nach, mit den Händen danach zu patschen. Häng das Spielzeug etwas tiefer, etwa auf Höhe von Brust und Händen, damit dein Baby es berühren kann. Das regt sowohl die Auge-Hand-Koordination an als auch die Fähigkeit, die Arme nach vorn und vor den Körper zu führen.
  • Bauchlage und aktiver Unterarmstütz
    Mach weiter mit viel Bauchlage, über den Tag verteilt. Du kannst sie in jeder Wachphase üben. Hilf deinem Baby, die Arme zu platzieren, damit es sich leichter abstützen und den Oberkörper und damit den Kopf gegen die Schwerkraft heben kann. Nutze dein eigenes Gesicht oder ein spannendes Spielzeug, um dein Baby zu motivieren, nach oben zu schauen und den Kopf zu beiden Seiten zu drehen. Das stärkt Nacken, Rücken, Schultern und die Stabilität des Rumpfes.
  • Bewegungsspiele
    Mach verschiedene sanfte Bewegungsspiele, wenn dein Baby fröhlich und wach ist. Du kannst es zum Beispiel sanft von einer Seite zur anderen wiegen, dich langsam mit ihm auf dem Arm im Kreis drehen oder mit verschiedenen Positionen spielen, in denen dein Baby spürt, wie die Schwerkraft aus neuen Richtungen auf seinen Körper wirkt. Achte auf eine gute Stütze für Kopf und Nacken, und folge immer den Signalen deines Babys. Die Bewegungsspiele sollen sich schön und sicher anfühlen, und kleine Pausen zwischendurch gehören dazu.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • nicht als Reaktion auf Kontakt lächelt oder nur sehr selten Blickkontakt sucht.
  • Gesichtern oder Gegenständen überhaupt nicht mit den Augen folgt.
  • nicht auf Geräusche oder vertraute Stimmen reagiert.
  • Schwierigkeiten hat, in Bauchlage den Kopf zu heben oder sich auf den Unterarmen abzustützen, oder trotz Anpassung und Üben anhaltend große Schwierigkeiten mit der Bauchlage hat.
  • in Bauchlage oft Becken und Oberschenkel deutlich von der Unterlage hebt und Schwierigkeiten hat, sich auf den Unterarmen abzustützen.
  • sich oft kräftig wie ein „Flitzebogen“ nach hinten spannt oder den Körper ständig zur selben Seite in eine deutliche „C-Form“ (Bananenform) biegt.
  • den Kopf schief hält oder ihn nicht frei zu beiden Seiten drehen kann.
  • beginnt, einen Schiefkopf zu entwickeln. Das sieht man am besten von oben: Der Hinterkopf kann auf einer Seite flacher sein, und die Ohren können gegeneinander verschoben sein.
  • beginnt, einen Flachkopf zu entwickeln. Das sieht man unter anderem von der Seite, wo die Rundung des Hinterkopfes geringer sein kann, und von oben, wo der Kopf breiter wirken kann.
  • die Hände noch die meiste Zeit zu Fäusten geballt hat und sie nur selten öffnet.
  • einen Arm oder ein Bein deutlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • ungewöhnlich viel weint, oft Schmerzen zu haben scheint oder schwer zu trösten ist.
Baby Meilensteine - 3. Monat

4. Monat

Im Laufe des 4. Monats bekommt dein Baby in aufrechter Haltung eine bessere Kopfkontrolle. Die Bewegungen werden kontrollierter und symmetrischer, die Hände treffen sich in der Mitte vor dem Körper, und viele Babys beginnen zu üben, sich aus der Rückenlage auf die Seite zu drehen. Auch der Kontakt wird verspielter, und das erste glucksende Lachen und kleine Brabbelgespräche machen das Zusammensein besonders schön.

Im Laufe des 4. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 4. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • den Kopf in aufrechter Haltung stabil halten, ohne ständig Unterstützung zu brauchen.
  • beginnen, in Rückenlage das Kinn leicht zur Brust zu ziehen, um an sich herunterzuschauen.
  • in Bauchlage den Kopf auf etwa 90 Grad heben und ihn länger angehoben halten.
  • sich in Bauchlage aktiv auf den Unterarmen abstützen, mit den Ellbogen etwa auf Schulterhöhe oder etwas davor, sodass der Kopf und der obere Teil des Brustkorbs von der Unterlage abgehoben werden.
  • beginnen, in Bauchlage das Gewicht von einem Unterarm auf den anderen zu verlagern und damit zu experimentieren, den freien Arm nach Spielzeug auszustrecken.
  • in Rückenlage die Beine von der Unterlage heben und beginnen, die Hände zu den Oberschenkeln zu führen.
  • kräftig und vielfältig mit den Beinen strampeln, sowohl abwechselnd als auch mit beiden Beinen gleichzeitig.
  • beginnen, sich aus der Rückenlage auf die Seite zu drehen, zum Beispiel wenn etwas Spannendes seine Aufmerksamkeit weckt.
  • kurz die Beine strecken und mit den Füßen Kontakt zur Unterlage haben können, wenn es gestützt in aufrechter Haltung gehalten wird.
  • den Körper frei und vielfältig bewegen und insgesamt die rechte und linke Seite etwa gleich viel benutzen.
Feinmotorische Meilensteine
  • die Hände die meiste Zeit offen haben.
  • die Hände in der Mitte vor dem Körper zusammenbringen und seine Finger anschauen und mit ihnen spielen.
  • beginnen, die Arme gezielter nach Spielzeug auszustrecken und zu versuchen, danach zu patschen oder es zu greifen.
  • ein Spielzeug festhalten, das ihm in die Hand gelegt wird, und es bewegen, zum Beispiel indem es eine leichte Rassel schüttelt.
  • die Hände zum Mund führen und beginnen, Spielzeug mit Mund, Lippen und Zunge zu erkunden.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • von sich aus lächeln, um Kontakt und Aufmerksamkeit zu bekommen.
  • beginnen zu glucksen und zu lachen, wenn etwas Lustiges passiert.
  • seinen Blick, seine Bewegungen und kleine Laute einsetzen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und zu halten.
  • kleine „Gespräche“ führen und mit Lauten antworten, wenn jemand spricht. Das sind noch vor allem weiche Gurrlaute wie „aah“, „ooh“ und „eh“, können aber nach und nach auch vielfältiger werden.
  • den Kopf zu einer vertrauten Stimme drehen.
  • Farben und Gegenstände in größerer Entfernung deutlicher sehen als vorher. Dein Baby kann jetzt auch Dinge entdecken, die weiter weg im Raum sind.
  • seine Hände mit großem Interesse anschauen und ihren Bewegungen mit den Augen folgen.
  • beim Anblick von Brust oder Flasche erwartungsvoll den Mund öffnen.
  • beginnen, verschiedene Materialien und Oberflächen aktiver zu erkunden, durch Berührung und indem es Dinge zum Mund führt.
  • beginnen, den Zusammenhang zwischen den eigenen Bewegungen und dem, was daraus folgt, zu entdecken, zum Beispiel dass eine Rassel ein Geräusch macht, wenn sie bewegt wird.
Ideen für Aktivitäten
  • Drehspiel
    Leg dein Baby auf den Rücken auf eine etwas weichere Unterlage, zum Beispiel eine Matratze auf dem Boden. Hilf ihm, sich auf die Seite zu drehen, indem du deine Hand seitlich an seine Hüfte legst und das Becken langsam in die gewünschte Richtung führst. Nutze dein Gesicht oder ein spannendes Spielzeug, um den Blick deines Babys leicht nach unten zur Seite zu locken. Je weniger Hilfe, desto besser. Lass dir dabei viel Zeit, damit dein Baby die Möglichkeit hat, selbst die Muskeln zu aktivieren und bei der Bewegung mitzumachen. Denk daran, zu beiden Seiten zu üben.
  • In Bauchlage zur Seite schauen
    In Bauchlage mit Unterarmstütz ist es in diesem Alter sehr gut, dein Baby zu motivieren, den Kopf über die Mittellinie hinaus zu drehen, nach rechts und nach links. Nutze auch hier dein Gesicht oder ein Spielzeug, das du langsam erst zur einen und dann zur anderen Seite bewegst. Gib deinem Baby viel Zeit, mitzukommen. Wenn sich der Kopf dreht, verändert sich die Gewichtsverteilung zwischen den Armen, und die Muskeln um Schultern und Rumpf müssen arbeiten, um die Bewegung zu stabilisieren. Das ist ein wichtiger Anfang für die Gewichtsverlagerung, die dein Baby später braucht, um sich auf dem Bauch im Kreis zu drehen und vorwärtszukommen.
  • Mit den Händen spielen
    Leg dein Baby auf den Rücken unter einen Spielbogen mit Spielzeug, das auf Bauchhöhe hängt, aber nah genug, dass die Hände es erreichen und berühren können. Nach und nach wird dein Baby beginnen, danach zu patschen, sich danach zu strecken und zu versuchen, es zu greifen. Nimm verschiedene leichte Rasseln und andere Dinge, die leicht zu halten sind und sicher mit dem Mund erkundet werden können. Das regt das Zusammenspiel von Sehen, Tastsinn und den Bewegungen der Hände an.
  • Bewegungsspiele
    Spiel verschiedene sanfte Bewegungsspiele, wenn dein Baby fröhlich und wach ist. Tanz zum Beispiel ganz ruhig mit deinem Baby auf dem Arm herum, schaukle es sanft von einer Seite zur anderen und vor und zurück, oder neige seinen Körper spielerisch in verschiedene Richtungen, während du dein Baby sicher hältst. Die vielfältigen Bewegungen regen den Gleichgewichtssinn an und geben deinem Baby neue Erfahrungen mit der Haltung und Bewegung seines Körpers. Achte auf eine gute Stütze am Körper und bei Bedarf an Kopf und Nacken, und folge immer den Signalen deines Babys. Die Bewegungsspiele sollen sich schön und sicher anfühlen.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • nicht lächelt oder noch keine kleinen Brabbellaute macht.
  • den Kopf in aufrechter Haltung nicht einigermaßen stabil halten kann.
  • Schwierigkeiten hat, in Bauchlage den Kopf zu heben und sich auf den Unterarmen abzustützen, oder trotz Anpassung und Üben anhaltend große Schwierigkeiten mit der Bauchlage hat.
  • in Bauchlage oft in die „Fallschirmspringerhaltung“ geht, und zwar so, dass es unwillkürlich wirkt und deinem Baby schwerfällt, dagegen anzukommen. In der Fallschirmspringerhaltung werden die Arme und eventuell die Beine von der Unterlage gehoben, und dein Baby kann sich nur schwer auf den Unterarmen abstützen.
  • in Rückenlage selten die Beine aktiv hebt oder bewegt.
  • die Hände nicht zum Mund führt.
  • sich oft kräftig wie ein „Flitzebogen“ nach hinten spannt oder den Körper ständig zur selben Seite in eine deutliche „C-Form“ (Bananenform) biegt.
  • den Kopf in verschiedenen Positionen dauerhaft schief hält oder ihn nur schwer frei zu beiden Seiten drehen kann.
  • den Kopf beim Schlafen und Spielen fast immer zur selben Seite dreht.
  • beginnt, einen Schiefkopf zu entwickeln. Das sieht man am besten von oben: Der Hinterkopf kann auf einer Seite flacher sein, und die Ohren können gegeneinander verschoben sein.
  • beginnt, einen Flachkopf zu entwickeln. Das sieht man unter anderem von der Seite, wo die Rundung des Hinterkopfes geringer ist, und von oben, wo der Kopf breiter wirken kann.
  • einen Arm oder ein Bein deutlich weniger benutzt als die andere Seite oder auf einer Körperseite deutlich steifer wirkt.
  • motorische, soziale oder kommunikative Fähigkeiten verliert, die es vorher schon konnte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Baby Meilensteine - 4. Monat

5. Monat

Im Laufe des 5. Monats wird der Körper kräftiger und beweglicher, und viele Babys beginnen zu üben, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen. Die Hände greifen jetzt sicherer, dein Baby entdeckt seine Füße, und Spielzeug wird mit Händen und Mund erkundet. Dein Baby wird auch im Kontakt aktiver, lacht laut und zeigt große Neugier auf das, was in seiner Umgebung passiert.

Im Laufe des 5. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 5. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • sich in Bauchlage sicher auf den Unterarmen abstützen und beginnen, sich weiter hochzudrücken, indem es kurz die Arme streckt und sich auf die Hände stützt.
  • beginnen, in Bauchlage das Gewicht auf einen Unterarm zu verlagern, sodass der andere Arm frei wird und sich nach Spielzeug ausstrecken kann.
  • in Bauchlage Kopf und Oberkörper aktiv zu beiden Seiten drehen, wenn etwas Spannendes seine Aufmerksamkeit weckt.
  • sich vom Rücken auf die Seite drehen und beginnen, sich ganz vom Rücken auf den Bauch zu drehen.
  • in Rückenlage die Beine hoch heben und Knie und Unterschenkel greifen. Manche Babys beginnen auch, ihre Füße zu greifen und zum Mund zu führen.
  • den Kopf in aufrechter Haltung stabil halten, auch wenn der Körper vorsichtig bewegt wird.
  • den Kopf frei zu beiden Seiten drehen können, auch wenn es gestützt bei einem Erwachsenen sitzt.
  • den Körper vielfältig und symmetrisch bewegen, mit beginnender Rotation zwischen Ober- und Unterkörper.
Feinmotorische Meilensteine
  • gezielter nach Spielzeug greifen und es mit der ganzen Hand fassen.
  • Spielzeug mit beiden Händen halten und es zum Mund führen, um es zu erkunden.
  • beginnen, beide Hände gemeinsam an einem Spielzeug zu benutzen, und vielleicht damit experimentieren, es von einer Hand in die andere zu geben.
  • Spielzeug in den Händen schütteln, damit klopfen und es drehen, um es zu erkunden.
  • im Zusammenspiel zwischen Sehen und Handbewegungen nach und nach genauer werden.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • neue und vielfältigere Laute machen, zum Beispiel hohe Quietscher, kleine Schreie und erste „Prustgeräusche“ mit den Lippen.
  • Freude, Frust und Unbehagen deutlich durch Mimik, Laute und Körperbewegungen zeigen.
  • auf vertraute Stimmen reagieren und aufmerksam bleiben, wenn jemand spricht.
  • den Kopf zu Geräuschen und Stimmen drehen.
  • Gegenständen mit den Augen in verschiedene Richtungen folgen und immer mehr Details in der Umgebung entdecken.
  • beginnen, deutlicher zwischen bekannten und weniger bekannten Gesichtern zu unterscheiden, und vielleicht etwas Zeit brauchen, um neue Menschen erst einmal in Ruhe anzuschauen.
  • große Neugier auf Spielzeug und andere Dinge zeigen, die es mit Händen und Mund erkunden kann.
  • lachen, lächeln und aktiv an kleinen Brabbelgesprächen mit einem Erwachsenen teilnehmen.
Ideen für Aktivitäten
  • Drehspiel vom Rücken auf den Bauch
    Leg dein Baby auf den Rücken auf eine angenehme Unterlage, die nicht zu hart ist. Hilf ihm dann, sich auf die Seite zu drehen, indem du das Becken ganz langsam in die gewünschte Richtung führst. Nutze dein Gesicht oder ein spannendes Spielzeug, um den Blick deines Babys etwas nach unten zur Seite zu locken. Je mehr sich dein Baby für das Spielzeug interessiert, desto größer ist die Chance, dass es ihm gelingt, sich ganz herumzudrehen. Wenn dein Baby auf der Seite liegt, hör am besten kurz auf zu helfen, damit dein Baby die Möglichkeit hat, selbst an der Bewegung weiterzuarbeiten. Je weniger Hilfe, desto besser. Lass dir viel Zeit, damit dein Baby die Möglichkeit hat, selbst die Muskeln zu aktivieren. Denk daran, zu beiden Seiten zu üben.
  • In Bauchlage nach Spielzeug greifen
    Wenn dein Baby auf dem Bauch liegt und sich auf den Unterarmen abstützt, kannst du ein spannendes Spielzeug etwas vor ihm und zu einer Seite hin hinlegen. Das motiviert dein Baby, das Gewicht auf den anderen Unterarm zu verlagern und mit der freien Hand danach zu greifen.
  • Ruhige Druckmassage
    Probier, deinem Baby mit den Händen ruhigen, sanften und festen Druck an Armen, Beinen und Körper zu geben. Das gibt sowohl dem Tastsinn als auch der Tiefensensibilität verschiedene Sinneseindrücke, die viele Babys schön finden. Die Druckmassage geht mit und ohne Kleidung. Pass die Stärke des Drucks den Reaktionen deines Babys an, und vermeide Druck auf den Hals.
  • Raus in die Natur
    Dein Baby kann jetzt weiter sehen und mehr von der Welt um sich herum wahrnehmen, also geht zusammen raus und erlebt sie. Zu liegen und in Blätter zu schauen, die sich im Wind bewegen, das Gras zwischen den Fingern zu spüren oder den Vögeln zu lauschen, kann in diesem Alter wunderbar regulierend und zugleich sehr spannend sein. Leg dein Baby zum Beispiel auf eine Decke auf den Boden, wo es sich frei bewegen und viel mit allen Sinnen erleben kann.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • keine Mimik zeigt, selten lächelt oder lacht und keine Brabbellaute macht.
  • nicht auf Geräusche oder vertraute Stimmen reagiert.
  • noch keine Anzeichen zeigt, den Körper auf die Seite drehen oder sich umdrehen zu wollen, besonders wenn die Bewegungen gleichzeitig eingeschränkt wirken oder nur zu einer Seite gehen.
  • Schwierigkeiten hat, den Kopf gegen die Schwerkraft stabil zu halten, in Bauchlage wie in aufrechter Haltung.
  • Schwierigkeiten hat, sich in Bauchlage auf den Unterarmen abzustützen, oder trotz Anpassung und Üben weiterhin große Schwierigkeiten mit der Bauchlage hat.
  • nicht nach Spielzeug greift oder deutlich lieber nur eine Hand benutzt.
  • ungewöhnlich passiv wirkt, Arme und Beine sehr wenig bewegt oder selten Interesse zeigt, Dinge zu erkunden und am Kontakt mit anderen teilzunehmen.
  • sehr steif oder ungewöhnlich weich und schlaff wirkt.
  • sich oft kräftig wie ein „Flitzebogen“ nach hinten spannt oder den Körper ständig zur selben Seite in eine deutliche „C-Form“ (Bananenform) biegt.
  • den Kopf dauerhaft zu einer Seite schief hält.
  • den Kopf nicht frei zu beiden Seiten drehen kann.
  • den Kopf beim Schlafen wie beim Spielen fast immer zur selben Seite dreht.
  • beginnt, einen Schiefkopf zu entwickeln. Das sieht man am besten von oben: Der Hinterkopf kann auf einer Seite flacher sein, und die Ohren können gegeneinander verschoben sein.
  • beginnt, einen Flachkopf zu entwickeln. Das sieht man unter anderem von der Seite, wo die Rundung des Hinterkopfes geringer ist, und von oben, wo der Kopf breiter wirken kann.
  • einen Arm oder ein Bein deutlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • motorische oder soziale Fähigkeiten verloren hat, die es vorher schon konnte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Baby Meilensteine - 5. Monat

6. Monat

Im Laufe des 6. Monats wird dein Baby aktiver und neugieriger auf die Welt um sich herum. Die kleinen Hände greifen jetzt sicherer nach Spielzeug, und alles wird gewendet, geschüttelt und mit dem Mund erkundet. Der Körper wird kräftiger, und viele Babys drehen sich jetzt schon fleißig um und beginnen vielleicht, damit zu experimentieren, sich ein bisschen auf dem Boden fortzubewegen.

Im Laufe des 6. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 6. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • sich vom Rücken auf den Bauch und vom Bauch auf den Rücken drehen, zu beiden Seiten.
  • sich in Bauchlage mit offenen Händen auf gestreckte Arme hochdrücken, sodass der Brustkorb frei von der Unterlage ist.
  • in Bauchlage das Gewicht auf einen Arm verlagern und mit dem anderen nach Spielzeug greifen.
  • beginnen, sich mit Hilfe von Armen und Beinen auf dem Bauch im Kreis zu drehen (Pivotieren).
  • beginnen, damit zu experimentieren, sich auf dem Boden fortzubewegen, zum Beispiel indem es sich mehrmals hintereinander umdreht oder sich auf dem Bauch ein wenig rückwärts schiebt.
  • in Rückenlage seine Füße greifen und vielleicht die Zehen zum Mund führen.
  • beginnen, im Hochstuhl das Gleichgewicht im Sitzen zu üben.
  • den Kopf stabil halten und ihn in verschiedenen Positionen frei bewegen.
Feinmotorische Meilensteine
  • gezielt mit einer oder beiden Händen nach Spielzeug greifen und es mit der ganzen Hand fassen.
  • Spielzeug von einer Hand in die andere geben, um es zu erkunden.
  • Spielzeug in beiden Händen halten und es wenden, drehen, schütteln und damit klopfen, um es zu erkunden.
  • beginnen, Spielzeug bewusster loszulassen und zu entdecken, was passiert, wenn es herunterfällt.
  • Spielzeug zum Mund führen und es aktiv mit Lippen und Zunge erkunden.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • seine engsten Bezugspersonen erkennen und sich deutlich freuen, wenn sie kommen.
  • die Arme heben oder den Körper erwartungsvoll bewegen, wenn es hochgenommen werden möchte.
  • aktiv mit vielfältigeren Lauten brabbeln, etwa Quietschern, Prustgeräuschen mit den Lippen und ersten Konsonantenlauten wie „ba“, „ma“ und „da“.
  • sich in kleinen Brabbelgesprächen mit einem Erwachsenen beim Lautemachen abwechseln.
  • auf Gesichtsausdrücke und Tonfall anderer reagieren und selbst verschiedene Gefühle durch Mimik, Laute und Körperbewegungen zeigen.
  • Gegenständen mit den Augen in verschiedene Richtungen folgen und sich für Dinge interessieren, die weiter weg sind.
  • den Unterschied zwischen bekannten und weniger bekannten Menschen erkennen und vielleicht etwas Zeit brauchen, um neue Menschen erst einmal in Ruhe anzuschauen.
  • sich für sein eigenes Spiegelbild interessieren und es anlächeln oder ihm etwas vorbrabbeln.
  • neugierig auf die Umgebung sein und aktiv versuchen, Dinge zu greifen.
Ideen für Aktivitäten
  • Spielen auf dem Boden
    Der Boden ist in diesem Alter der allerbeste Ort. Leg spannendes Spielzeug an verschiedene Stellen um dein Baby herum, sodass der Körper etwas arbeiten muss, um das nächste Spielzeug zu erreichen. Leg einiges in die Nähe und anderes knapp außer Reichweite, damit dein Baby motiviert wird, sich umzudrehen, den Körper zu drehen und das Gewicht von einer Seite auf die andere zu verlagern. Gib ihm viel Zeit, mit den Bewegungen zu experimentieren, und hilf nur so viel wie nötig.
  • Auf dem Bauch im Kreis drehen
    Leg ein spannendes Spielzeug etwas zur Seite, wenn dein Baby auf dem Bauch liegt. Das motiviert dein Baby, den Kopf zu drehen, das Gewicht auf einen Arm zu verlagern und zu versuchen, den Körper dem Spielzeug hinterherzudrehen. Denk daran, zu beiden Seiten zu spielen. Die ersten kleinen Versuche, sich auf dem Bauch im Kreis zu drehen, sind eine wichtige Vorbereitung darauf, später vorwärtszukommen.
  • Sinnes- und Singspiele
    Lass dein Baby verschiedene Materialien und Oberflächen erkunden, zum Beispiel einen weichen Waschlappen, einen kühlen Löffel oder Babyspielzeug mit unterschiedlichen Oberflächen. Das gibt neue Sinneserfahrungen über Hände und Mund. Sing Bewegungslieder und mach Fingerspiele, und wiederhol sie oft. Die vertrauten Klänge, Bewegungen und kleinen Pausen geben deinem Baby die Möglichkeit, mitzukommen, zu lächeln und mitzubrabbeln.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • noch keine Anzeichen zeigt, sich vom Rücken auf den Bauch drehen zu können, oder sich nur über dieselbe Schulter dreht, besonders wenn andere Bewegungen gleichzeitig einseitig oder eingeschränkt wirken.
  • in Rückenlage die Beine nicht von der Unterlage hebt oder nicht versucht, Knie oder Füße zu greifen.
  • in Bauchlage nicht übt, sich auf die Arme hochzudrücken.
  • seinen Kopf nicht stabil halten kann.
  • nicht gezielt nach Spielzeug greift oder deutlich eine Hand bevorzugt.
  • selten lächelt, lacht oder brabbelt und nur wenig auf sozialen Kontakt reagiert.
  • nicht auf Geräusche oder vertraute Stimmen reagiert.
  • ungewöhnlich passiv wirkt, sich nur wenig bewegt oder selten Neugier zeigt, seine Umgebung zu erkunden.
  • den Kopf dauerhaft schief hält, in Bauchlage wie in aufrechter Haltung.
  • sehr steif wirkt oder sich oft in einer Flitzebogen-Bewegung nach hinten spannt.
  • ungewöhnlich „weich“ und muskelschwach wirkt.
  • einen Arm oder ein Bein deutlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • einen Flachkopf oder Schiefkopf hat.
  • motorische, soziale oder kommunikative Fähigkeiten verliert, die es vorher schon konnte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Baby Meilensteine - 6. Monat

Es ist wichtig, dir Hilfe zu holen, wenn du dich über längere Zeit überfordert oder traurig fühlst oder es dir schwerfällt, Freude im Alltag zu finden. Mutter oder Vater zu werden, kann anstrengend sein, auch wenn sich dein Baby ganz normal entwickelt. Vielleicht ist der Schlaf schwierig, und vielleicht fordert dein Baby ständig deine Zeit und deine Kraft.

Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin, mit Freunden oder mit jemand anderem, dem du vertraust, darüber, wie es dir geht. Und scheu dich nicht, dich an deine Hebamme, deine Frauenarztpraxis oder deine Hausarztpraxis zu wenden, besonders wenn die belastenden Gefühle bleiben oder immer mehr Raum einnehmen. Es gibt Hilfe, und du musst das nicht allein durchstehen. ❤️

7. Monat

Im Laufe des 7. Monats wird der Boden so richtig zum Spielplatz deines Babys. Es beginnt jetzt, sich mehr fortzubewegen, indem es sich im Kreis dreht, sich mehrmals hintereinander umdreht und sich rückwärts schiebt, und viele machen auch die ersten kleinen Robbversuche nach vorn auf dem Bauch. Die Hände werden immer aktiver, und dein Baby ist neugierig auf alles, was es erkunden und womit es spielen kann.

Im Laufe des 7. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 7. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • sich zwischen Rücken und Bauch hin und her drehen und dabei zu beiden Seiten sicherer werden.
  • sich auf dem Bauch im Kreis drehen (Pivotieren), indem es das Gewicht von einem Arm auf den anderen verlagert und Arme und Beine einsetzt, um den Körper herumzudrehen.
  • sich auf dem Boden fortbewegen, indem es sich mehrmals hintereinander umdreht, sich im Kreis dreht und sich auf dem Bauch rückwärts schiebt.
  • beginnen, auf dem Bauch vorwärtszurobben, indem es mit den Armen zieht und sich mit den Beinen abstößt. Die ersten Robbbewegungen können noch etwas unkoordiniert sein.
  • sich in Bauchlage sicher auf gestreckte Arme stützen.
  • beginnen, den Bauch von der Unterlage zu heben, und vielleicht kurz auf Hände und Knie kommen.
  • stabiler im Hochstuhl sitzen und keine Unterstützung durch Kissen im Stuhl mehr brauchen.
Feinmotorische Meilensteine
  • gezielt nach Spielzeug greifen und es sicher mit einer oder beiden Händen fassen.
  • die Finger gezielter einsetzen, unter anderem indem es beginnt, kleinere Gegenstände mit dem Rechengriff in die Hand zu ziehen.
  • Spielzeug sicher von einer Hand in die andere geben.
  • beginnen, Spielzeug absichtlich loszulassen und zu entdecken, was passiert, wenn es herunterfällt.
  • das Essen mit den Fingern erkunden und weiche, passende Stücke selbst zum Mund führen.
  • beginnen, mit Spielzeug auf die Unterlage zu klopfen oder zwei Gegenstände gegeneinanderzuschlagen.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • mit verschiedenen Silben wie „ba“, „da“ und „ma“ brabbeln und beginnen, sie zu kleinen Ketten wie „bababa“ und „dadada“ zusammenzusetzen.
  • Tonhöhe und Lautstärke variieren, sodass das Brabbeln nach und nach mehr nach richtigem Sprechen klingt.
  • auf seinen Namen reagieren, zum Beispiel indem es aufschaut oder den Kopf zu der Person dreht, die ruft.
  • beginnen, einzelne Wörter und Wendungen wiederzuerkennen, die im Alltag oft in denselben Situationen benutzt werden.
  • Spaß an Kuckuck-Spielen und anderen Wiederholungsspielen haben und beginnen zu erwarten, was als Nächstes kommt.
  • Dingen nachschauen, die herunterfallen oder aus dem Blickfeld verschwinden.
  • verschiedene Gefühle durch Mimik, Laute und Körpersprache ausdrücken und auf Gesichtsausdrücke und Tonfall anderer reagieren.
  • seine engsten Bezugspersonen deutlich erkennen und vielleicht beginnen zu fremdeln, also Fremden gegenüber zurückhaltender zu sein oder zu reagieren, wenn ein Elternteil geht.
Ideen für Aktivitäten
  • Spielerisch robben
    Wenn dein Baby auf dem Bauch liegt, leg ein spannendes Spielzeug knapp außerhalb seiner Reichweite. Das motiviert dein Baby, sich nach vorn zu strecken, das Gewicht von Seite zu Seite zu verlagern und zu versuchen, näher an das Spielzeug heranzukommen. Gib deinem Baby viel Zeit, selbst an der Bewegung zu arbeiten, und lass das Spielzeug ruhig nach einer Weile in Reichweite kommen, damit das Spiel weiterhin Spaß macht.
  • Auf dem Bauch im Kreis drehen
    Leg Spielzeug etwas zur Seite, damit dein Baby Lust bekommt, sich auf dem Bauch im Kreis zu drehen, um es zu erreichen. Wenn dein Baby das Gewicht auf einen Arm verlagert und mit dem anderen nach dem Spielzeug greift, arbeiten die Muskeln in Schultern, Rücken und Bauch daran, den Körper zu stabilisieren und zu drehen. Denk daran, zu beiden Seiten zu üben. Das Drehen im Kreis ist eine gute Vorbereitung darauf, später zu robben und zu krabbeln.
  • Kuckuck-Spiel und Versteckspiel
    Das Kuckuck-Spiel (oder „Guck-guck“) ist in diesem Alter einfach herrlich. Versteck dein Gesicht hinter den Händen oder einem kleinen Tuch, und komm mit einem Lächeln wieder hervor. Probier auch, ein spannendes Spielzeug halb unter einem Tuch zu verstecken, damit dein Baby versuchen kann, es zu finden. Die Spiele regen Aufmerksamkeit und Erwartung an und das beginnende Verständnis dafür, dass Dinge und Menschen noch da sind, auch wenn sie kurz außer Sicht sind.
  • Finger ins Essen
    Lass dein Baby sein Essen mit Fingern und Mund anfassen, matschen und erkunden. Das gibt jede Menge gute Sinneserfahrungen und ist zugleich eine gute Übung für die Bewegungen der Hände und Finger. Lass dein Baby ruhig versuchen, weiche, sichere Lebensmittel selbst zum Mund zu führen, wenn es motorisch so weit ist. Achte natürlich darauf, dass Konsistenz und Größe des Essens zur Entwicklung deines Babys passen und dass dein Baby beim Essen stabil und aufrecht sitzt und du immer dabei bist.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • selten Blickkontakt sucht oder hält und nur wenig auf sozialen Kontakt reagiert.
  • nicht brabbelt oder nicht auf Geräusche und vertraute Stimmen reagiert.
  • noch keine Anzeichen zeigt, sich zwischen Rücken und Bauch drehen zu können, oder sich immer nur über dieselbe Schulter dreht.
  • Schwierigkeiten hat, in Bauchlage den Oberkörper zu heben und sich auf die Arme zu stützen.
  • in Bauchlage nicht beginnt, damit zu experimentieren, den Körper zu drehen und das Gewicht von Seite zu Seite zu verlagern.
  • ungewöhnlich passiv wirkt, sich nur wenig bewegt oder selten Neugier zeigt, Spielzeug und Umgebung zu erkunden.
  • Schwierigkeiten hat, Kopf und Oberkörper stabil zu halten, selbst wenn es gut gestützt sitzt.
  • die Hände noch die meiste Zeit zu Fäusten geballt hat oder den Daumen fast immer in der Hand eingeschlagen hält.
  • deutlich eine Hand bevorzugt oder einen Arm oder ein Bein wesentlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • bei seinen Versuchen, sich fortzubewegen, den Körper ständig sehr asymmetrisch einsetzt, zum Beispiel indem es fast nur mit einem Arm zieht oder sich fast nur mit einem Bein abstößt.
  • den Kopf dauerhaft schief hält oder ihn nur schwer frei zu beiden Seiten drehen kann.
  • einen Flachkopf oder Schiefkopf hat.
  • motorische, soziale oder kommunikative Fähigkeiten verliert, die es vorher schon konnte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Baby Meilensteine - 7. Monat

8. Monat

Im Laufe des 8. Monats wird dein Baby so richtig mobil. Viele Babys robben jetzt vorwärts auf dem Bauch, und einige beginnen, auf Hände und Knie zu kommen und vor und zurück zu wippen, als Vorbereitung aufs Krabbeln. Dein Baby will überall dabei sein und liebt kleine soziale Spiele wie „Backe, backe Kuchen“ und das Kuckuck-Spiel. Gleichzeitig beginnen viele Babys zu fremdeln: Sie reagieren deutlicher auf den Unterschied zwischen bekannten und fremden Menschen und können traurig werden, wenn Mama oder Papa geht.

Im Laufe des 8. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 8. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • sich sicher zwischen Rücken und Bauch drehen und sich zu beiden Seiten auf dem Bauch im Kreis drehen (Pivotieren).
  • auf dem Bauch vorwärtsrobben und dabei Arme und Beine in koordinierten Überkreuzbewegungen einsetzen.
  • beginnen, über kleine Hindernisse zu robben, zum Beispiel über das Bein eines Erwachsenen oder ein Sofakissen auf dem Boden.
  • auf Hände und Knie kommen und beginnen, vor und zurück zu wippen. Manche Babys machen jetzt auch die ersten Krabbelbewegungen auf allen Vieren.
  • ohne Unterstützung sitzen und den Oberkörper drehen und zu den Seiten greifen können, um Spielzeug zu erreichen. Motorisch spielt dein Baby aber weiterhin am besten in Bewegung auf dem Boden.
  • beginnen zu üben, selbst aus der Bauchlage oder dem Vierfüßlerstand in den Sitz zu kommen und wieder zurück.
  • beginnen, damit zu experimentieren, sich an einem Erwachsenen oder einem stabilen Möbelstück in den Stand hochzuziehen.
  • Gewicht auf die Beine nehmen können, wenn es gestützt im Stehen gehalten wird.
  • bei seinen Positionswechseln aktiver werden und immer mehr selbst entscheiden, wie sich sein Körper bewegen soll.
Feinmotorische Meilensteine
  • Spielzeug sicher mit der ganzen Hand greifen und den Daumen und die übrigen Finger gezielter einsetzen.
  • die Finger einsetzen, um kleinere Gegenstände mit einem Ganzhandgriff in die Hand zu ziehen.
  • Spielzeug sicher von einer Hand in die andere geben, auch wenn es gleichzeitig mit etwas anderem beschäftigt ist.
  • zwei Gegenstände gegeneinanderschlagen und erkunden, welche Geräusche sie machen.
  • Gegenstände bewusster loslassen und sich dafür interessieren, was passiert, wenn sie herunterfallen.
  • beginnen, Daumen und Zeigefinger genauer einzusetzen, als Vorbereitung auf den eigentlichen Pinzettengriff.
  • selbst passende, weiche Stücke Essen zum Mund führen und das Essen immer besser mit Zunge und Kiefer verarbeiten.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • Spaß an sozialen Spielen wie „Backe, backe Kuchen“, Bewegungsliedern und dem Kuckuck-Spiel haben und beginnen, einige der Bewegungen nachzumachen.
  • seine engsten Bezugspersonen deutlich erkennen und vielleicht fremdeln, also zurückhaltender oder schüchterner gegenüber neuen Menschen sein.
  • beginnen zu reagieren, wenn ein Elternteil geht, und phasenweise eine besondere Bindung an einen bestimmten Erwachsenen zeigen.
  • in längeren Silbenketten wie „mamama“, „bababa“ und „dadada“ brabbeln.
  • versuchen, Laute nachzuahmen, und Tonhöhe und Lautstärke variieren, sodass das Brabbeln immer mehr nach richtigem Sprechen klingt.
  • Laute, Mimik und Bewegungen einsetzen, um Aufmerksamkeit und Kontakt zu bekommen.
  • auf seinen Namen reagieren, wenn jemand ruft.
  • beginnen, einzelne vertraute Wörter und Wendungen zu verstehen, die im Alltag oft benutzt werden, zum Beispiel „hallo“, „Essen“ und „nein“.
  • beginnen, sich für das zu interessieren, worauf ein Erwachsener zeigt oder was er herzeigt.
  • Gegenständen mit den Augen folgen, auch in größerer Entfernung, und sich sehr für Menschen und Dinge interessieren, die sich im Raum bewegen.
Ideen für Aktivitäten
  • Kilometerweise Robben
    Robben ist gerade das beste Training für den ganzen Körper. Ein kleiner Hindernisparcours aus Kissen, Decken und deinen Beinen sorgt dafür, dass das Vorwärtskommen Spaß macht und gibt deinem Baby die Möglichkeit, das Hinauf- und Hinunterkrabbeln zu üben. Lass dein Baby am besten auf dem Bauch am Boden spielen, und setz es zum Spielen erst dann hin, wenn es selbst in den Sitz kommt.
  • Bilderbücher
    Kleine Bilderbücher mit einem Bild pro Seite sind perfekt, um sie gemeinsam anzuschauen. Wenn du auf die Bilder zeigst und sagst, was sie darstellen, lernt dein Baby sowohl Wörter als auch, einem zeigenden Finger zu folgen.
  • Bewegungslieder und soziale Spiele
    „Backe, backe Kuchen“, „Die Räder vom Bus“ und andere Lieder mit Bewegungen machen deinem Baby Lust, Bewegungen und Laute nachzuahmen. Wiederholungen sind der Schlüssel, und dein Baby langweilt sich selten, auch nicht beim zehnten Mal. Lies deinem Baby vor. Sprich viel mit ihm.
  • Kilometerweise Robben (Krabbeln)
  • Musik und Tanz
  • Dinge verstecken und finden
  • Bewegungsspiele
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • keinen Blickkontakt hält.
  • nicht brabbelt oder nicht auf seinen Namen und auf Geräusche reagiert.
  • nicht nach Dingen greift oder kein Interesse zeigt, vorwärtszukommen.
  • passiv wirkt und Dinge nicht neugierig erkundet.
  • noch nicht robbt.
  • einseitig robbt, besonders wenn es vorher eine Lieblingsseite hatte.
  • nicht allein sitzen kann, wenn man es hinsetzt.
  • kein Gewicht auf die Beine nimmt, wenn man es aufrecht hält.
  • nur eine Hand benutzt.
  • steif oder sehr weich und schlaff wirkt.
Baby Meilensteine - 8. Monat

9. Monat

Im Laufe des 9. Monats kommt dein Baby so richtig selbstständig vorwärts. Viele Babys krabbeln jetzt auf Händen und Knien, und einige beginnen, sich an den Möbeln in den Stand hochzuziehen. Die Finger arbeiten genauer, und dein Baby brabbelt jetzt munter in kleinen, süßen Fantasiesätzen. Alles wird erkundet und angefasst, und dein Baby bewegt sich überall in der Wohnung herum. Falls du es noch nicht gemacht hast, ist es jetzt Zeit, die Wohnung kindersicher zu machen.

Im Laufe des 9. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 9. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • auf Händen und Knien in koordinierten Überkreuzbewegungen krabbeln, bei denen der Arm und das gegenüberliegende Bein zusammenarbeiten.
  • selbst aus dem Liegen in den Sitz kommen und zwischen Sitz und Vierfüßlerstand wechseln.
  • sicher ohne Unterstützung sitzen und den Oberkörper drehen, um Spielzeug auf beiden Seiten zu erreichen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.
  • beginnen, sich an einem Erwachsenen oder einem stabilen Möbelstück in den Stand hochzuziehen.
  • stehen und sein eigenes Gewicht auf den Beinen tragen können, wenn es sich mit den Händen festhält. Die Fußgelenke können noch weich sein und leicht nach innen knicken, und dein Baby steht vielleicht ab und zu auf den Zehenspitzen.
  • beginnen, damit zu experimentieren, im Stehen das Gewicht von einem Bein auf das andere zu verlagern.
  • über kleine Hindernisse krabbeln und beginnen zu üben, auf niedrige, stabile Erhöhungen zu kommen, zum Beispiel auf ein festes Sofakissen.
  • bei selbstständigen Positionswechseln sicherer werden und den Körper aktiv einsetzen, um dorthin zu kommen, wo etwas Spannendes passiert.
Feinmotorische Meilensteine
  • beginnen, kleinere Gegenstände aufzuheben, indem es Daumen und Zeigefinger genauer einsetzt. Der ganz feine Pinzettengriff mit den Fingerspitzen ist noch in Entwicklung.
  • die Finger aktiv einsetzen, um passende Stücke Essen aufzuheben und selbst zum Mund zu führen.
  • Spielzeug sicher zwischen seinen Händen hin und her geben und beide Hände beim Spielen und Essen benutzen.
  • beginnen, damit zu experimentieren, Dinge in einen Behälter zu legen und wieder herauszunehmen.
  • zwei Gegenstände gegeneinanderschlagen und die verschiedenen Geräusche erkunden, die dabei entstehen.
  • Spielzeug absichtlich loslassen und gespannt verfolgen, was passiert, wenn es herunterfällt.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • in langen Ketten verschiedener Silben wie „mamama“, „bababa“ und „dadada“ brabbeln und dabei Lautstärke und Tonhöhe variieren, sodass es wie kleine Fantasiesätze klingt.
  • auf seinen Namen reagieren, indem es aufschaut oder den Kopf zu der Person dreht, die ruft.
  • beginnen, einzelne vertraute Wörter und Wendungen aus dem Alltag zu verstehen, und vielleicht kurz innehalten, wenn jemand „nein“ sagt.
  • die Arme hochstrecken und „darum bitten“, hochgenommen zu werden.
  • bei vertrauten Spielen lächeln und lachen.
  • nach einem Spielzeug suchen, das versteckt wird, und Dingen nachschauen, die herunterfallen und aus dem Blickfeld verschwinden.
  • viele verschiedene Gesichtsausdrücke zeigen, zum Beispiel Freude, Wut, Überraschung und Traurigkeit.
  • Fremden gegenüber zurückhaltender oder unsicherer sein und vielleicht traurig werden, wenn ein Elternteil geht.
  • beginnen, einige der Laute, Gesichtsausdrücke und Bewegungen nachzuahmen, die andere machen.
  • die Umgebung mit großer Neugier erkunden und aktiv versuchen, Dinge zu greifen, die spannend aussehen.
Ideen für Aktivitäten
  • Kilometerweise Krabbeln
    Krabbeln auf allen Vieren ist eine fantastische Möglichkeit, den ganzen Körper zu stärken. Schultern, Arme, Rücken, Bauch und Hüften arbeiten zusammen, während dein Baby übt, die Bewegungen zwischen rechter und linker Seite zu koordinieren.
    Bau kleine Hindernisparcours aus festen Kissen, niedrigen Matratzen und den Beinen eines Erwachsenen, über die dein Baby krabbeln kann. So kann es Gewichtsverlagerung, Gleichgewicht und Kraft auf viele verschiedene Arten üben. Nach und nach kann dein Baby auch versuchen, auf eine niedrige, stabile Erhöhung zu krabbeln, mit einem Erwachsenen ganz in der Nähe. Mindestens genauso wichtig ist es, zu üben, wieder sicher herunterzukommen.
    Setz dich mit deinem Baby auf den Boden, damit das Spielen für euch beide eine schöne Zeit wird. Und gib im Alltag viel Platz zum Herumkrabbeln. Durch all die wiederholten Bewegungen wird der Körper kräftiger und sicherer.
  • Kleine Wörter und Fragen
    Wenn du erzählst, was du gerade machst und womit sich dein Baby beschäftigt, bekommt es viele Wörter zum Zuhören. Benenne ganz alltägliche Dinge, und stell kleine Fragen wie „Wo ist der Ball?“ oder „Wo ist der Teddy?“. Zeig auf die Dinge, über die du sprichst, und gib deinem Baby etwas Zeit zu reagieren.
    Wiederholungen sind sehr gut für das frühe Sprachverständnis, und die Erwachsenen werden es meist viel früher leid, dieselben Wörter zu wiederholen, als das Baby.
  • Kleine Dinge für kleine Finger
    Weiche Obststücke, gekochtes Gemüse oder passende Stücke weiches Brot eignen sich sehr gut, um die genaueren Bewegungen der Finger zu üben. Dein Baby benutzt zuerst mehrere Finger, um das Essen aufzuheben, und wird nach und nach besser darin, Daumen und Zeigefinger zusammen einzusetzen.
    Das Essen muss eine Größe und Konsistenz haben, die zur Entwicklung deines Babys passt, und weiche Lebensmittel müssen sich zwischen zwei Fingern zerdrücken lassen. Vermeide kleine, harte und runde Lebensmittel, die in den Atemwegen stecken bleiben können.
  • Hineinlegen und herausnehmen
    Such dir einen kleinen Behälter und einige größere Spielsachen, die dein Baby gut festhalten kann. Zeig, wie man die Dinge in den Behälter legen und wieder herausnehmen kann. Dein Baby ist vielleicht zuerst vor allem daran interessiert, ihn auszuleeren, aber nach und nach wird es auch spannend, Dinge hineinzulegen. Hier kannst du auch klassische Steckboxen verwenden. Das Spiel regt die Handfunktion, die Auge-Hand-Koordination und das beginnende Verständnis dafür an, wie Dinge zusammenpassen.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • noch nicht robbt oder krabbelt (und auch keine deutlichen Fortschritte zeigt).
  • Schwierigkeiten hat, sich in Bauchlage auf die Arme zu stützen.
  • einseitig robbt oder krabbelt, zum Beispiel indem es sich immer mit demselben Arm nach vorn zieht oder sich immer mit demselben Bein abstößt. Achte besonders darauf, wenn dein Baby vorher Anzeichen einer Lieblingsseite gezeigt hat.
  • sich vor allem fortbewegt, indem es im Sitzen auf dem Po rutscht (Po-Rutschen), mit einem aufgestellten Fuß krabbelt (Tarzankrabbeln) oder oft mit gestreckten Beinen krabbelt (Bärengang).
  • nicht ohne Unterstützung sitzen kann oder Schwierigkeiten hat, im Sitzen das Gleichgewicht zu halten.
  • noch nicht versucht, selbst in den Sitz zu kommen, oder Schwierigkeiten hat, zwischen verschiedenen Positionen auf dem Boden zu wechseln.
  • kein Gewicht auf die Beine nimmt, wenn es gestützt in aufrechter Haltung gehalten wird.
  • ständig auf den Zehenspitzen steht, ohne die Fersen auf den Boden zu bekommen, oder im Stehen ein Bein deutlich weniger belastet als das andere.
  • nicht gezielt nach Spielzeug greift oder deutlich lieber nur eine Hand benutzt.
  • selten Blickkontakt sucht oder nur wenig auf sozialen Kontakt reagiert.
  • passiv wirkt oder selten Interesse zeigt, seine Umgebung zu erkunden.
  • motorische, soziale oder kommunikative Fähigkeiten verliert, die es vorher schon konnte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Baby Meilensteine - 9. Monat

10. Monat

Im Laufe des 10. Monats möchte dein Baby ganz viel krabbeln und aufstehen. Füße und Fußgelenke werden so richtig gefordert, wenn sie das Gewicht des Körpers tragen sollen, und es braucht Zeit, bis sich Gleichgewicht und Stabilität entwickeln. Dein Baby versteht jetzt immer mehr von dem, was gesagt wird, und beginnt, sowohl Laute als auch Bewegungen zu nutzen, um zu kommunizieren, zum Beispiel durch Winken und Klatschen.

Im Laufe des 10. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 10. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • sicher und nach und nach schnell auf Händen und Knien krabbeln, in koordinierten Überkreuzbewegungen, bei denen der Arm und das gegenüberliegende Bein zusammenarbeiten.
  • leicht aus der Bauchlage in den Sitz und weiter in den Vierfüßlerstand kommen und wieder zurück.
  • sich an Möbeln hochziehen und stehen, während es sich mit den Händen festhält.
  • beginnen zu üben, seitlich an den Möbeln entlangzugehen, indem es das Gewicht von einem Bein auf das andere verlagert und vielleicht kleine Seitschritte macht.
  • mit den Füßen etwas auseinander stehen, vielleicht mit Fußgelenken, die leicht nach innen knicken. Füße und Fußgelenke entwickeln noch Kraft und Stabilität, und dein Baby steht vielleicht auch ab und zu noch auf den Zehenspitzen.
  • beginnen, selbst aus dem Stand wieder herunterzukommen.
  • beginnen, im Stehen mit einer Hand loszulassen, während es sich mit der anderen an einem Möbelstück festhält, zum Beispiel um nach Spielzeug zu greifen.
  • über Hindernisse und auf niedrige Erhöhungen krabbeln.
Feinmotorische Meilensteine
  • kleinere Gegenstände mit immer größerer Genauigkeit zwischen Daumen und Zeigefinger aufheben und schon gut dabei sein, den feinen Pinzettengriff zu entwickeln.
  • passende Stücke Fingerfood aufheben und sicher zum Mund führen.
  • beginnen, Dinge in eine Schüssel oder Kiste zu legen und wieder herauszunehmen.
  • beide Hände gleichzeitig beim Spielen benutzen, zum Beispiel indem es einen Behälter mit einer Hand hält und den Inhalt mit der anderen erkundet.
  • Gegenstände gezielter loslassen, zum Beispiel indem es sie ablegt oder in einen Behälter fallen lässt.
  • beginnen, den Zeigefinger gezielter einzusetzen, zum Beispiel um Details an Spielzeug zu erkunden oder auf etwas Spannendes zu zeigen.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • beginnen zu winken, zu klatschen und andere einfache Bewegungen nachzumachen, besonders wenn sie in Spielen mit den Erwachsenen wiederholt werden.
  • mehr vertraute Wörter und Wendungen aus dem Alltag verstehen, zum Beispiel „Wollen wir essen?“, „Wo ist Papa?“ oder „Komm her“.
  • mit vielen verschiedenen Silben und Tonfällen brabbeln, sodass es wie kleine Fantasiesätze klingt.
  • Laute, Gesichtsausdrücke und Bewegungen der Erwachsenen nachahmen.
  • seine engsten Bezugspersonen deutlich erkennen und Fremden gegenüber vielleicht noch zurückhaltend sein.
  • einem Erwachsenen Spielzeug hinhalten und sich freuen, es zurückzubekommen.
  • Laute und Bewegungen nutzen, um seine Bedürfnisse auszudrücken, und versuchen, andere zum Reagieren zu bringen.
Ideen für Aktivitäten
  • Seitlich an Möbeln entlanggehen
    Wenn dein Baby an einem stabilen Möbelstück steht, kannst du ein spannendes Spielzeug etwas zur Seite legen, damit es Lust bekommt, ein paar Schritte zu machen, um es zu erreichen. Gib ihm viel Zeit, das Gewicht von einem Bein auf das andere zu verlagern, und hilf nur so viel wie nötig. Denk daran, dein Baby zu motivieren, in beide Richtungen zu gehen.
  • Hindernisparcours und kilometerweise Krabbeln
    Krabbeln ist weiterhin eine fantastische Möglichkeit, den ganzen Körper zu stärken, auch wenn dein Baby jetzt begonnen hat, sich hochzuziehen. Schultern, Arme, Rücken, Bauch und Hüften arbeiten zusammen, während dein Baby ständig Gleichgewicht, Gewichtsverlagerung und Koordination übt.
    Bau kleine Hindernisparcours aus festen Kissen, leichten Matratzen und Ähnlichem, über, unter und auf die dein Baby krabbeln kann. Variiere die Höhe und den Abstand zwischen den Hindernissen, damit dein Baby mit seinem Körper verschiedene Lösungen finden muss. Lass dein Baby auch üben, wieder von niedrigen Erhöhungen herunterzukommen. Bleib natürlich ganz in der Nähe, damit das Spielen sicher ist.
  • Lieder, Bewegungen und soziale Spiele
    Bewegungslieder, „Backe, backe Kuchen“ und das Kuckuck-Spiel machen deinem Baby Lust, Bewegungen und Laute nachzuahmen. Zeig die Bewegungen langsam, und mach kleine Pausen, damit dein Baby selbst mitmachen kann.
    Schön sind auch kleine „Geben-und-Nehmen-Spiele“ mit Spielzeug, bei denen ihr euch abwechselt, einen Gegenstand hinzuhalten und entgegenzunehmen. Das regt die Handfunktion, den sozialen Kontakt und das Verständnis für das Abwechseln an.
  • Musik und Bewegungsspiele
    Mach Musik an, und tanz mit deinem Baby auf dem Arm. Die verschiedenen Bewegungen geben dem Gleichgewichtssinn und dem Körpergefühl neue, wichtige Erfahrungen. Wähle am besten Musik mit einem festen Rhythmus und vielen Wiederholungen. Denk daran, dass Babys sehr gut hören und ihre Reizverarbeitung noch etwas unreif ist. Deshalb ist es gut, die Musik nicht zu laut zu drehen.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • noch nicht robbt oder krabbelt.
  • einseitig robbt oder krabbelt, zum Beispiel indem es sich immer mit demselben Arm nach vorn zieht oder sich immer mit demselben Bein abstößt.
  • sich vor allem im Sitzen auf dem Po fortbewegt (Po-Rutschen), mit einem aufgestellten Fuß krabbelt (Tarzankrabbeln) oder mit gestreckten Beinen (Bärengang).
  • nicht selbstständig ohne Unterstützung sitzen kann oder noch nicht selbst in den Sitz kommt.
  • Schwierigkeiten hat, zwischen Sitz, Bauchlage und Vierfüßlerstand zu wechseln.
  • sein Gewicht nicht auf den Beinen tragen kann.
  • ständig auf den Zehenspitzen steht und die Fersen nicht auf den Boden bekommt oder ein Bein deutlich weniger belastet als das andere.
  • noch kein Interesse zeigt, in den Stand zu kommen.
  • nicht beide Hände aktiv einsetzt, um Spielzeug zu greifen und zu erkunden, oder deutlich lieber nur eine Hand benutzt.
  • nicht auf seinen Namen oder auf vertraute Geräusche und Stimmen reagiert.
  • selten Blickkontakt sucht oder nur wenig auf sozialen Kontakt reagiert.
  • passiv wirkt oder selten Interesse zeigt, die Umgebung zu erkunden.
  • motorische, soziale oder kommunikative Fähigkeiten verliert, die es vorher schon konnte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Baby Meilensteine - 10. Monat

11. Monat

Im Laufe des 11. Monats krabbelt, klettert und geht dein Baby an den Möbeln entlang. Viele Babys üben jetzt, einen kurzen Moment zu stehen, ohne sich festzuhalten, und manche machen vielleicht schon die ersten vorsichtigen Schritte an den Händen eines Erwachsenen. Dein Baby versteht jetzt immer mehr von dem, was gesagt wird, und nutzt Gesten, Laute und vielleicht die ersten Wörter, um zu zeigen, was es möchte.

Im Laufe des 11. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 11. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • schnell und sicher auf Händen und Knien in koordinierten Überkreuzbewegungen krabbeln. Krabbeln ist weiterhin die bevorzugte Art, sich fortzubewegen.
  • leicht zwischen Bauchlage, Vierfüßlerstand und Sitz wechseln können.
  • sich selbst an Möbeln hochziehen und mit immer besserer Kontrolle wieder herunterkommen.
  • seitlich an den Möbeln entlanggehen und beginnen, zwischen Möbeln zu wechseln, die nah beieinanderstehen.
  • beginnen, mit leichter Unterstützung vorwärtszugehen, zum Beispiel wenn ein Erwachsener es an den Händen hält.
  • üben, kurz zu stehen, ohne sich festzuhalten, und nach und nach das Gleichgewicht länger zu halten.
  • beginnen, mit beiden Händen von einem Möbelstück loszulassen, und vielleicht einen Moment das Gleichgewicht halten.
  • auf und über verschiedene Hindernisse krabbeln, zum Beispiel Sofakissen, niedrige Möbel oder einzelne Treppenstufen.
Feinmotorische Meilensteine
  • kleine Gegenstände mit einem immer genaueren Pinzettengriff zwischen Daumen und Zeigefinger aufheben.
  • Gegenstände in eine Schüssel oder Kiste legen und wieder herausnehmen.
  • beide Hände zusammen beim Spielen einsetzen, zum Beispiel indem es einen Behälter mit einer Hand hält und mit der anderen Dinge hineinlegt.
  • in jeder Hand einen Bauklotz halten und sie gegeneinanderschlagen oder damit experimentieren, einen auf den anderen zu legen.
  • beginnen, den Zeigefinger gezielter einzusetzen, um auf etwas zu zeigen oder kleine Details zu erkunden.
  • versuchen, mit einem Löffel zu essen, auch wenn es noch schwer ist, ihn zu steuern, und die Finger oft am einfachsten sind.
  • üben, aus einem Becher zu trinken.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • winken, klatschen und die Arme hochstrecken, um hochgenommen zu werden.
  • beginnen, auf Dinge zu zeigen, die es gern haben möchte oder die spannend aussehen.
  • mehr vertraute Wörter und kleine Sätze verstehen, besonders wenn sie in wiedererkennbaren Situationen benutzt oder von Gesten begleitet werden.
  • in langen Ketten verschiedener Silben mit wechselnder Tonhöhe und wechselndem Rhythmus brabbeln, sodass es immer mehr nach richtigem Sprechen klingt.
  • beginnen, die ersten richtigen Wörter zu benutzen, zum Beispiel „nein“ oder andere kleine Wörter, die es mit bestimmten Personen oder Dingen verbindet.
  • Laute und Bewegungen der Erwachsenen nachahmen und vielleicht beginnen, sich an einzelnen Tierlauten zu versuchen.
  • einem Erwachsenen Spielzeug hinhalten und sich in kleinen Geben-und-Nehmen-Spielen freuen, es zurückzubekommen.
  • beginnen, Dinge zu zeigen oder hinzuhalten, damit ein Erwachsener sie anschaut.
  • sehr neugierig sein und die Umgebung erkunden, indem es Dinge öffnet, schließt, herausnimmt, hineinlegt und neue Handlungen ausprobiert.
  • eine deutliche Bindung an seine engsten Bezugspersonen zeigen und vielleicht mit Weinen oder Protest reagieren, wenn ein Elternteil geht.
Ideen für Aktivitäten
  • Kleine Schritte zwischen den Möbeln
    Stell stabile Möbel mit kleinen Abständen auf, damit dein Baby üben kann, das eine Möbelstück loszulassen und nach dem nächsten zu greifen. Ein spannendes Spielzeug auf jedem Möbelstück kann Lust machen, sich hochzuziehen, seitlich daran entlangzugehen und weiterzuwandern. Fang mit ganz kurzen Abständen an, bei denen dein Baby beide Möbelstücke gleichzeitig erreichen kann, und vergrößere den Abstand nach und nach, wenn das Gleichgewicht besser wird. Am besten übt dein Baby das barfuß.
  • Kilometerweise Krabbeln und Klettern
    Auch wenn dein Baby jetzt gern stehen möchte, ist das Krabbeln auf allen Vieren immer noch eine richtig gute Möglichkeit, den ganzen Körper zu benutzen und zu kräftigen. Schultern, Arme, Rücken, Bauch und Hüften arbeiten zusammen, während dein Baby ständig das Gleichgewicht anpasst und die Bewegungen koordiniert.
    Bau Hindernisparcours aus festen Kissen oder leichten Matratzen, über die dein Baby krabbeln, unter denen es hindurchkrabbeln und auf die es hinaufkrabbeln kann. Spannend ist es auch, auf niedrige Erhöhungen hinaufzukrabbeln und herauszufinden, wie man sicher wieder herunterkommt.
  • Steckbox und Stapelspielzeug
    Bauklötze, Becher und einfache Behälter sind richtig gut, um die Handfunktion und das erste Verständnis dafür anzuregen, wie Dinge zusammenpassen.
    Zeig deinem Baby, wie man Spielzeug in einen Behälter legen und wieder herausnehmen kann oder wie man zwei Klötze aufeinanderstellt. Am Anfang macht es oft am meisten Spaß, den Behälter auszuleeren oder den Turm umzuwerfen, und das ist völlig in Ordnung. Auch das gehört zum Spielen und Lernen dazu.
  • Was sagt das Tier?
    Schaut euch zusammen kleine Bilderbücher mit Tieren an, und erzähl, wie die Tiere heißen und welche Laute sie machen. Frag z. B. „Was sagt die Kuh?“ und antworte selbst mit einem lustigen „Muuuuh!“. Gib deinem Baby Zeit, zu versuchen, den Laut nachzumachen, zu zeigen oder mit einem Lächeln zu reagieren. Wenn dieselben Wörter und Laute immer wieder vorkommen, lernt dein Baby nach und nach, sie mit den Bildern und den Tieren zu verbinden.
    Kleine Spiele mit Wörtern, Lauten und Gesten sind richtig gut für die frühe Sprachentwicklung.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • noch nicht robbt oder krabbelt.
  • einseitig robbt oder krabbelt, zum Beispiel indem es sich immer mit demselben Arm nach vorn zieht oder sich immer mit demselben Bein abstößt.
  • sich hauptsächlich durch Po-Rutschen, Tarzankrabbeln oder im Bärengang fortbewegt.
  • wenig Abwechslung in seinen Bewegungen hat oder Mühe hat, zwischen verschiedenen Positionen zu wechseln.
  • nicht selbstständig ohne Unterstützung sitzen kann oder noch nicht selbst in den Sitz kommt.
  • Schwierigkeiten hat, zwischen Sitz, Bauchlage und Vierfüßlerstand zu wechseln.
  • nicht versucht, sich an Möbeln hochzuziehen oder auf andere Weise in den Stand zu kommen.
  • ein Bein weniger belastet als das andere.
  • nicht beide Hände aktiv zum Greifen und Untersuchen von Dingen benutzt oder deutlich lieber nur eine Hand benutzt.
  • nicht auf seinen Namen oder auf vertraute Geräusche und Stimmen reagiert.
  • selten Blickkontakt sucht oder nur wenig auf sozialen Kontakt reagiert.
  • passiv wirkt oder selten von sich aus anfängt, seine Umgebung zu erkunden.
  • motorische, soziale oder kommunikative Fähigkeiten verliert, die es vorher schon konnte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Baby Meilensteine - 11. Monat

12. Monat

Im 12. Monat feiert dein Baby seinen ersten Geburtstag. Das kleine Neugeborene, das kaum den Kopf heben konnte, krabbelt jetzt, klettert und geht an den Möbeln entlang, und manche machen jetzt auch schon die ersten Schritte. Andere brauchen noch ein paar Monate, und das ist ganz normal. Solange dein Baby aktiv ist, neue motorische Fähigkeiten entwickelt und in den aufrechten Positionen immer sicherer wird, gibt es keinen Grund zur Sorge, wenn die ersten freien Schritte noch auf sich warten lassen.

Im Laufe des 12. Monats wird ein durchschnittliches Baby typischerweise…

BABY-
MEILENSTEINE

im 12. Monat

Grobmotorische Meilensteine
  • sich selbst an Möbeln hochziehen, seitwärts an ihnen entlanggehen und zwischen Möbeln wechseln, die dicht beieinanderstehen.
  • frei stehen, ohne sich festzuhalten, am Anfang oft nur ein paar Sekunden lang.
  • vielleicht (!) anfangen, die ersten selbstständigen Schritte zu machen, oft breitbeinig und mit erhobenen Armen, die beim Gleichgewicht helfen. Genauso häufig ist es, dass die ersten Schritte etwas später kommen.
  • mit leichter Unterstützung vorwärtsgehen, z. B. wenn ein Erwachsener die Hände des Kindes hält, etwa auf seiner Brusthöhe.
  • sich aus dem Stand kontrolliert auf den Boden setzen.
  • schnell und sicher auf Händen und Knien krabbeln und über Hindernisse und Treppenstufen hinaufkrabbeln.
  • stabil ohne Unterstützung sitzen und selbst aus dem Liegen oder dem Vierfüßlerstand in den Sitz kommen und wieder zurück.
  • sich sicher zwischen verschiedenen Positionen bewegen und sowohl das Krabbeln als auch aufrechte Bewegung nutzen, um herumzukommen.
Feinmotorische Meilensteine
  • kleine Dinge mit einem präzisen Pinzettengriff zwischen Daumen und Zeigefinger aufheben, mit beiden Händen.
  • in jede Hand ein Spielzeug nehmen und sie aneinanderschlagen.
  • selbst mit den Fingern essen und aus einem Becher trinken.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • auf seinen Namen reagieren, indem es aufschaut oder sich zu der Person dreht, die ruft.
  • anfangen, Wörter wie „Mama“, „Papa“ oder andere Namen für die richtige Person zu benutzen und vielleicht einzelne andere richtige Wörter sagen.
  • viele vertraute Wörter und einfache Aufforderungen verstehen, vor allem wenn sie in wiederkehrenden Situationen benutzt werden.
  • ein „Nein“ verstehen, z. B. indem es kurz innehält oder auf den Tonfall des Erwachsenen reagiert.
  • Gesten wie Winken, Klatschen und Armehochstrecken benutzen und anfangen, mit dem Finger zu zeigen, um deutlich zu machen, was es möchte.
  • Laute, Gesichtsausdrücke und Handlungen der Erwachsenen nachahmen.
  • nach Dingen suchen, die ein bisschen versteckt werden, und anfangen zu verstehen, dass es sie immer noch gibt, auch wenn man sie nicht sieht.
  • in kleinen Spielen mit einem Erwachsenen Spielzeug geben und nehmen und anfangen zu verstehen, wie man sich abwechselt.
  • seine engsten Bezugspersonen als sichere Basis nutzen und sich ein Stück entfernen, um eine vertraute Umgebung zu erkunden, aber oft für Kontakt und Geborgenheit zurückkommen.
  • Gegenständen, die sich im Raum bewegen, mit den Augen folgen und Sehen und Handbewegungen immer genauer koordinieren.
Ideen für Aktivitäten
  • Keine Eile mit dem Laufen
    Krabbeln auf allen Vieren ist immer noch richtig gutes Training für den ganzen Körper, auch wenn dein Baby anfängt zu laufen. Schultern, Arme, Rücken, Bauch und Hüften arbeiten zusammen, während dein Baby Gleichgewicht, Gewichtsverlagerung und Koordination übt. Es gibt keinen Grund, es mit dem Laufen schon eilig zu haben. Gib deinem Baby viele Gelegenheiten, selbst zu krabbeln, sich hochzuziehen und an den Möbeln entlangzugehen. Ein Lauflernwagen, den dein Baby vor sich herschiebt, ist in dieser motorischen Phase nicht nötig.
  • Vom Krabbeln zum Stehen und wieder zurück
    Leg etwas spannendes Spielzeug auf stabile Möbel in verschiedenen Höhen, damit dein Baby Lust bekommt, hinzukrabbeln, sich hochzuziehen, seitwärts zu gehen und sich wieder hinzusetzen. Das kann z. B. ein niedriger Couchtisch sein und ein stabiler Stuhl mit Spielzeug auf der Sitzfläche. So kann dein Baby viele verschiedene Positionswechsel in ein und demselben Spiel üben.
  • Rollenspiele
    Ein Spielzeugtelefon, ein Teddy, der gefüttert werden will, oder eine Puppe, die ins Bett gebracht werden soll, eignen sich wunderbar für die ersten kleinen Rollenspiele. Zeig deinem Baby, wie es geht, und lass es versuchen, es nachzumachen. Am Anfang ist es vielleicht am spannendsten, die Dinge zu untersuchen und zu schauen, was du machst.
  • Bilderbücher
    Schaut euch auch gemeinsam Bilderbücher an. Zeig auf die Bilder, und erzähl mit ganz einfachen Worten, was ihr seht. Nehmt ruhig immer wieder dieselben Bücher. Wiederholungen sind richtig gut für das frühe Sprachverständnis.
  • Ball rollen
    Setzt euch mit einem weichen Ball auf dem Boden gegenüber, und rollt ihn hin und her. Am Anfang braucht dein Baby vielleicht etwas Hilfe, um den Ball in die richtige Richtung zu schubsen. Das ist eine schöne Art, das Zusammenspiel von Augen und Händen zu üben und langsam zu verstehen, wie man sich in einem Spiel abwechselt.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Baby
  • noch nicht krabbelt.
  • einseitig krabbelt, z. B. indem es sich immer mit demselben Arm nach vorn zieht oder sich immer mit demselben Bein abstößt.
  • sich hauptsächlich durch Po-Rutschen, Tarzankrabbeln oder im Bärengang fortbewegt.
  • wenig Abwechslung in seinen Bewegungen hat oder Mühe hat, zwischen verschiedenen Positionen zu wechseln.
  • nicht selbstständig ohne Unterstützung sitzen kann oder noch nicht selbst in den Sitz kommt.
  • sich nicht an Möbeln hochziehen oder mit Unterstützung stehen kann.
  • ständig auf den Zehenspitzen steht und die Fersen nicht auf den Boden bekommt oder ein Bein deutlich weniger belastet als das andere.
  • nicht beide Hände aktiv benutzt oder deutlich lieber nur eine Hand benutzt.
  • noch keinen beginnenden Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger entwickelt hat.
  • nicht mit verschiedenen Silben brabbelt, selten Laute nachahmt oder im Kontakt mit anderen nur eingeschränkt Mimik einsetzt.
  • noch keine kommunikativen Gesten benutzt, z. B. winken, die Arme hochstrecken, um hochgenommen zu werden, oder einem Erwachsenen Spielzeug hinhalten.
  • nicht auf seinen Namen oder auf vertraute Geräusche und Stimmen reagiert.
  • selten Blickkontakt sucht oder nur wenig auf sozialen Kontakt reagiert.
  • passiv wirkt, selten von sich aus ein Spiel anfängt oder seine Umgebung nur eingeschränkt erkundet.
  • motorische, soziale oder kommunikative Fähigkeiten verliert, die es vorher schon konnte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Baby Meilensteine - 12. Monat

15 Monate

Mit 15 Monaten laufen die meisten Kinder allein. Der Gang ist noch etwas wackelig, die Beine sind etwas gespreizt, die Arme werden oft hochgehalten, um beim Gleichgewicht zu helfen, und dein Kind fällt dabei noch oft hin. Manche Kinder gehen bisher nur an den Möbeln entlang.
Gleichzeitig passiert viel bei der Sprache und im Miteinander mit anderen. Dein Kind versteht viel mehr, als es selbst sagen kann, zeigt mit dem Finger, um zu sagen, was es möchte, und liebt es, die Erwachsenen und andere Kinder nachzuahmen.

Mit 15 Monaten wird ein durchschnittliches Kind typischerweise…

KINDER-
MEILENSTEINE

mit 15 Monaten

Grobmotorische Meilensteine
  • allein laufen, mit etwas gespreizten Beinen und erhobenen Armen, die beim Gleichgewicht helfen.
  • anfangen, vom Boden aufzustehen, ohne sich irgendwo festzuhalten, z. B. indem es sich mit den Händen auf dem Boden abstützt und zuerst den Po hebt.
  • anfangen, die Knie zu beugen und in die Hocke zu gehen, um Spielzeug vom Boden aufzuheben, und vielleicht ohne Unterstützung wieder aufstehen.
  • ein Spielzeug schieben oder hinter sich herziehen, während es läuft.
  • sicher Treppen hinaufkrabbeln und vielleicht anfangen, einzelne Stufen hinaufzugehen, während ein Erwachsener es an der Hand hält.
  • auf das Sofa oder andere niedrige Möbel klettern und anfangen zu üben, sicher wieder herunterzukommen.
  • auf verschiedenen Untergründen und über kleine Türschwellen laufen und dabei nach und nach besser das Gleichgewicht halten, wenn sich der Untergrund ändert.
  • oft weiterhin krabbeln, wenn es schnell gehen soll oder wenn es über Hindernisse hinweg muss.
Feinmotorische Meilensteine
  • Bauklötze aufeinanderstapeln.
  • kleine Dinge mit einem präzisen Pinzettengriff zwischen Daumen und Zeigefinger aufheben.
  • Gegenstände in Behälter stecken und anfangen, die Löcher einer Steckbox zu treffen.
  • in einem Bilderbuch blättern, oft mehrere Seiten auf einmal.
  • selbst mit den Fingern oder dem Löffel essen.
  • anfangen, mit einem dicken Wachsmalstift kleine Kritzeleien aufs Papier zu machen.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • ein paar erkennbare Wörter außer „Mama“ und „Papa“ sagen, z. B. „Ba“ für Ball oder „Wauwau“ für Hund. Die Wörter müssen noch nicht richtig ausgesprochen werden.
  • viel mehr Wörter verstehen, als es selbst sagen kann, und vertraute Dinge anschauen, wenn sie genannt werden.
  • einfache Aufforderungen verstehen, vor allem wenn dazu auch Gesten benutzt werden, z. B. ein Spielzeug hinhalten, wenn ein Erwachsener die Hand ausstreckt und sagt: „Gibst du mir den Ball?“
  • mit dem Finger zeigen, wenn es etwas haben möchte oder Hilfe braucht.
  • andere Kinder und Erwachsene im Spiel nachahmen.
  • anfangen, Dinge so zu benutzen, wie sie gedacht sind, z. B. ein Spielzeugtelefon ans Ohr halten oder in einem Buch blättern.
  • Zuneigung mit Umarmungen und Küssen zeigen oder indem es sich an seine engsten Bezugspersonen kuschelt, und vielleicht seine Kuscheltiere umarmen.
  • vor Freude und Begeisterung klatschen.
  • einem Erwachsenen Dinge hinhalten, um sie zu zeigen oder zum Spielen einzuladen.
Ideen für Aktivitäten
  • Auf Entdeckungstour
    Barfuß auf Gras, Teppichen, Sand, Fliesen, einer rauen Fußmatte oder einer Matratze bekommen die Füße viele verschiedene Sinneseindrücke, und das Gleichgewicht wird herausgefordert, weil sich der Untergrund ständig verändert. Das ist richtig gutes Training für die Muskeln der Füße und Fußgelenke und für die Fähigkeit deines Kindes, sein Gehen an die Umgebung anzupassen.
  • Runter auf den Boden und wieder hoch
    Leg spannendes Spielzeug auf den Boden und auf niedrige, stabile Möbel, damit dein Kind Lust bekommt, abwechselnd zu stehen, in die Hocke zu gehen, um etwas aufzuheben, und wieder aufzustehen. Wenn dein Kind etwas vom Boden aufhebt, müssen die Beinmuskeln die Bewegung kontrollieren, und gleichzeitig wird das Gleichgewicht herausgefordert. Das ist eine richtig gute Möglichkeit, Beine, Hüften und Fußgelenke zu kräftigen.
  • Wo ist der Teddy?
    Kleine Fragen wie „Wo ist der Teddy?“ oder „Gibst du mir den Schuh?“ geben deinem Kind die Möglichkeit zu zeigen, wie viel es schon versteht. Wenn dein Kind seine eigenen kleinen Wörter benutzt, kannst du sie wiederholen und ausbauen. Sagt dein Kind z. B. „Wauwau“, kannst du antworten: „Ja, wauwau! Das ist ein großer Hund!“ So bekommt dein Kind mehr Wörter und Laute zum Zuhören und erlebt gleichzeitig, dass es mit Sprache mit anderen kommunizieren kann.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Kind
  • noch keine selbstständigen Schritte macht, vor allem wenn das Gleichgewicht im Stand und das Gehen mit Unterstützung nur wenig Fortschritte machen.
  • sich nicht an Möbeln hochzieht oder nicht seitwärts an ihnen entlanggehen kann.
  • asymmetrisch läuft oder krabbelt, hinkt oder einen Arm oder ein Bein wesentlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • ständig auf den Zehenspitzen läuft und die Fersen nicht auf den Boden bekommt.
  • deutlich eine Hand bevorzugt und die andere kaum benutzt.
  • einfache, vertraute Aufforderungen nicht versteht.
  • nicht auf seinen Namen reagiert oder nur selten Blickkontakt sucht und auf sozialen Kontakt reagiert.
  • kein Interesse zeigt, mit Erwachsenen zu spielen oder andere im Spiel nachzuahmen.
  • sehr stark auf bestimmte Geräusche, Berührungen, Kleidung oder andere Sinneseindrücke reagiert oder ein sehr großes Bedürfnis nach bestimmten Formen sensorischer Stimulation hat, sodass das sein Wohlbefinden oder seine Teilnahme am Alltag beeinträchtigt.
  • motorische, sprachliche oder soziale Fähigkeiten verloren hat, die es vorher schon hatte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.

18 Monate

Mit 18 Monaten läuft dein Kind sicher und übt schon fleißig, schneller zu werden und vielleicht sogar ein bisschen zu rennen. Es klettert auf alles, trägt Dinge herum und möchte immer mehr selbst machen. Auch die Sprache entwickelt sich, und dein Kind versteht viele kleine Aufforderungen. Es geht gern ein Stück weg von den Erwachsenen auf Entdeckungstour, schaut sich aber oft um, um sicherzugehen, dass sie noch da sind. In diesem Alter kann es auch zu den ersten großen Gefühlsausbrüchen und vielen „Neins“ kommen. Dein Kind hat einen starken Willen, aber noch nicht immer die Worte oder die Fähigkeit, die großen Gefühle zu regulieren.

Mit 18 Monaten wird ein durchschnittliches Kind typischerweise…

KINDER-
MEILENSTEINE

mit 18 Monaten

Grobmotorische Meilensteine
  • sicher allein laufen und dabei ein Spielzeug tragen können.
  • anfangen, schneller zu werden, und vielleicht mit kurzen, etwas steifen Schritten rennen, bei denen das Gleichgewicht noch nicht ganz sicher ist.
  • in die Hocke gehen, um zu spielen oder etwas vom Boden aufzuheben, und wieder aufstehen, ohne sich festzuhalten.
  • ohne Hilfe auf das Sofa oder einen niedrigen Stuhl klettern und wieder herunter.
  • Treppen hinaufgehen, während ein Erwachsener es an der Hand hält, meist mit beiden Füßen auf derselben Stufe, bevor es zur nächsten weitergeht.
  • rückwärts Treppen oder vom Sofa herunterkrabbeln.
  • anfangen, rückwärts zu gehen, z. B. wenn es ein Spielzeug hinter sich herzieht.
  • einen Ball werfen und erste Versuche machen, einen Ball zu kicken.
  • auf unebenem Untergrund besser das Gleichgewicht halten und beim Gehen kleine Richtungswechsel machen.
Feinmotorische Meilensteine
  • mit einem dicken Wachsmalstift kritzeln.
  • Bauklötze zu einem Turm aufeinanderstapeln.
  • beim An- und Ausziehen mithelfen und anfangen, z. B. Socken oder Mütze selbst auszuziehen.
  • den Pinzettengriff mit beiden Händen beherrschen.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • mehr erkennbare Wörter sagen und laufend neue lernen. Die Wörter müssen noch nicht richtig ausgesprochen werden.
  • weit mehr Wörter verstehen, als es selbst sagen kann, und Aufforderungen folgen, z. B. „Gib mir den Ball“.
  • anfangen, auf vertraute Körperteile wie Nase, Mund oder Bauch zu zeigen.
  • auf etwas Spannendes deuten, um es den Erwachsenen zu zeigen, und versuchen, ihren Blick darauf zu lenken.
  • zusammen mit einem Erwachsenen ein Buch anschauen und auf die Bilder zeigen.
  • die Erwachsenen im Alltag nachahmen, z. B. beim Fegen, Tischabwischen oder Telefonieren.
  • einfache Rollenspiele spielen, z. B. ein Auto fahren lassen, eine Puppe ins Bett bringen oder so tun, als ob ein Teddy etwas zu essen bekommt.
  • beim An- und Ausziehen mithelfen, z. B. indem es den Arm in den Ärmel steckt oder den Fuß hebt, wenn der Schuh angezogen wird.
  • ein Stück weg von den Erwachsenen auf Entdeckungstour gehen, sich aber umschauen oder Kontakt suchen, um sicherzugehen, dass sie noch da sind.
  • sich mehr dafür interessieren, was andere Kinder machen, und versuchen, manches davon nachzuahmen.
  • einen immer stärkeren eigenen Willen zeigen und anfangen, mit Frust oder großen Gefühlen zu reagieren, wenn etwas nicht klappt oder nicht nach seinem Kopf geht.
Ideen für Aktivitäten
  • Bälle und Spielplatz
    Einen großen Ball zu rollen, zu werfen und zu kicken, ist richtig gutes Training für Gleichgewicht, Koordination und das Zusammenspiel von Sehen und Bewegung. Probiert aus, den Ball hin und her zu rollen, ihn mit beiden Händen zu werfen und ihn zu kicken, während er still auf dem Boden liegt.
    Auch der Spielplatz ist in diesem Alter ein wunderbarer Ort. Schaukeln, Rutschen, niedrige Klettergerüste und verschiedene Untergründe geben deinem Kind viele Möglichkeiten, seinen Körper einzusetzen und neue Erfahrungen mit Gleichgewicht, Schwerkraft und Körperkontrolle zu machen.
  • Toben und Entdecken
    Bau zu Hause kleine Bewegungsparcours aus Matratzen, festen Kissen und anderen niedrigen Hindernissen, über die dein Kind gehen, krabbeln und klettern kann. So kann es Kraft, Gleichgewicht und Koordination üben, und gleichzeitig werden der Gleichgewichtssinn und die Körperwahrnehmung angeregt.
    Spielt auch Spiele, bei denen ihr euch dreht, schaukelt, tanzt und den Körper auf verschiedene Weise bewegt.
  • Kleiner Helfer
    Lass dein Kind bei kleinen praktischen Aufgaben im Alltag mitmachen. Das kann z. B. sein, Wäsche in die Waschmaschine zu stecken, den Tisch abzuwischen, seine Schuhe zu holen oder Spielzeug zurück ins Kinderzimmer zu bringen. Das gibt deinem Kind das schöne Gefühl, etwas beitragen zu können und bei dem mitzumachen, was die Großen machen. Gleichzeitig übt es Handfunktion, Gleichgewicht, Koordination und die Fähigkeit, kleine Handlungen zu planen und auszuführen. Wenn du in Worte fasst, was dein Kind tut, bekommt es auch viele neue Wörter und Begriffe zum Zuhören.
  • Nase, Mund und Augen
    Zeig auf Nase, Mund, Augen, Bauch, Hände und Füße, und lass dein Kind es selbst probieren. Singt vielleicht auch „Kopf, Schulter, Knie und Fuß“, das die meisten Kinder in diesem Alter lieben. Es ist ein schönes und einfaches Spiel, das deinem Kind hilft, die Namen der verschiedenen Körperteile zu lernen. Das Spiel fördert sowohl das Sprachverständnis als auch das Körperbewusstsein und die Fähigkeit, andere nachzuahmen.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Kind
  • noch nicht selbstständig ohne Unterstützung läuft. Fachleute empfehlen, ein Kind, das mit 18 Monaten noch nicht läuft, in der Kinderarztpraxis genauer untersuchen zu lassen und ihm passende Unterstützung zu geben, z. B. Physiotherapie. Nur sehr selten steckt etwas Ernstes dahinter, aber es ist trotzdem gut, es einschätzen zu lassen und die Entwicklung zu unterstützen, auch wenn die Ursache sehr wahrscheinlich ganz harmlos ist.
  • ständig auf den Zehenspitzen läuft und die Fersen nicht auf den Boden bekommt.
  • hinkt, asymmetrisch läuft oder einen Arm oder ein Bein wesentlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • ungewöhnlich oft hinfällt oder ausgeprägte Gleichgewichtsprobleme hat, die nicht ohne Weiteres zu seiner Erfahrung mit dem Laufen passen.
  • deutlich eine Hand bevorzugt und die andere kaum benutzt.
  • nur selten versucht, sich mit Lauten und Wörtern mitzuteilen.
  • einfache, vertraute Aufforderungen nicht versteht, selbst bei gutem Kontakt und ruhiger Umgebung.
  • nicht auf Dinge deutet, um anderen etwas Spannendes zu zeigen, oder nur sehr selten versucht, seine Aufmerksamkeit mit anderen zu teilen.
  • nicht auf seinen Namen reagiert oder nur selten Blickkontakt sucht und auf sozialen Kontakt reagiert.
  • andere nur sehr eingeschränkt nachahmt oder wenig Interesse zeigt, bei einfachen Spielen und alltäglichen Handlungen mitzumachen.
  • bestimmte Bewegungen oder Handlungen sehr gleichförmig wiederholt, z. B. sich im Kreis drehen oder Gegenstände in einer Reihe aufstellen, und gleichzeitig wenig Abwechslung in seinem Spiel hat oder Mühe hat, mit anderen zusammen zu spielen.
  • sehr stark auf Geräusche, Berührungen, Kleidung, Essen oder andere Sinneseindrücke reagiert, sodass das sein Wohlbefinden oder seine Teilnahme am Alltag beeinträchtigt.
  • ein großes Bedürfnis nach bestimmten Formen sensorischer Stimulation hat, das schwer zu erfüllen ist und im Alltag zu Schwierigkeiten führt.
  • motorische, sprachliche oder soziale Fähigkeiten verloren hat, die es vorher schon hatte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.

2 Jahre

Um seinen 2. Geburtstag herum kann dein Kind rennen, klettern und Bälle kicken, und der Körper bewegt sich immer sicherer. Die Sprache nimmt Fahrt auf, und die ersten kleinen Sätze kommen, sodass dein Kind jetzt viel mehr davon erzählen kann, was es möchte und was es denkt. Die Spiele werden fantasievoller, und dein Kind liebt es, die Erwachsenen nachzuahmen. Der starke Wille und die großen Gefühle nehmen in diesem Alter oft viel Raum ein, weil dein Kind gern alles selbst machen möchte und noch nicht immer die Worte oder die Fähigkeit hat, mit Frust umzugehen.

Mit 2 Jahren wird ein durchschnittliches Kind typischerweise…

KINDER-
MEILENSTEINE

mit 2 Jahren

Grobmotorische Meilensteine
  • mit immer besserem Gleichgewicht rennen und anfangen, anzuhalten und die Richtung zu wechseln, ohne hinzufallen.
  • einen Ball kicken und einen Ball mit beiden Händen werfen.
  • Treppen hinauf- und hinuntergehen und sich dabei am Geländer oder an der Hand eines Erwachsenen festhalten, meist mit beiden Füßen auf derselben Stufe, bevor es weitergeht.
  • auf Möbel hinauf- und wieder herunterklettern und es lieben, auf kleinen Klettergerüsten und Rutschen auf dem Spielplatz zu spielen.
  • in die Hocke gehen, um zu spielen oder etwas vom Boden aufzuheben, und ohne Unterstützung wieder aufstehen.
  • anfangen, mit beiden Füßen zu hüpfen, sodass beide kurz gleichzeitig vom Boden abheben.
  • rückwärts und seitwärts gehen und auf unebenem und wechselndem Untergrund allmählich sicherer werden.
  • laufen und rennen, während es Spielzeug trägt.
Feinmotorische Meilensteine
  • selbst essen und mit immer größerer Sicherheit aus einem Becher trinken.
  • kritzeln und anfangen, einen einfachen Strich nachzumachen, den ein Erwachsener zeichnet.
  • einen Turm aus Bauklötzen bauen und ihn wieder umwerfen.
  • etwas in der einen Hand halten und gleichzeitig die andere benutzen, z. B. eine Schachtel halten und den Deckel abnehmen.
  • an Drehknöpfen und Kurbeln drehen und auf Knöpfe an Spielzeug drücken.
  • einfache Puzzles mit wenigen, großen Teilen und deutlichen Formen legen.
  • in einem Buch blättern, nach und nach genauer und oft eine Seite nach der anderen.
  • anfangen, für manche feinmotorischen Aufgaben eine Hand zu bevorzugen, aber im Spiel weiterhin beide Hände aktiv und gemeinsam benutzen.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • zwei oder mehr Wörter zu kleinen Sätzen verbinden, z. B. „mehr Milch“, „Papa weg“ oder „Mama komm her“.
  • einen wachsenden Wortschatz haben und die Sprache aktiver benutzen, um zu erzählen, was es möchte, erlebt und denkt.
  • auf mindestens zwei Körperteile zeigen, wenn jemand danach fragt, und auf vertraute Bilder in einem Buch, z. B. wenn ein Erwachsener fragt: „Wo ist der Teddy?“
  • mehr verschiedene Gesten benutzen, z. B. einen Kuss zuwerfen, für „ja“ nicken oder für „nein“ den Kopf schütteln.
  • kleine Rollenspiele spielen, z. B. die Puppe füttern oder in der Spielküche kochen.
  • in einem Spiel mehrere Dinge miteinander verbinden, z. B. Spielzeug-Essen auf einen Teller legen und es einem Teddy servieren.
  • neben anderen Kindern spielen, interessiert zuschauen, was sie machen, und anfangen, sie nachzuahmen.
  • merken, wenn andere traurig sind oder sich wehgetan haben, und vielleicht versuchen zu trösten.
  • in die Gesichter der Erwachsenen schauen, um herauszufinden, wie es in neuen oder ungewohnten Situationen reagieren soll.
  • viele Dinge selbst machen wollen und frustriert werden, wenn etwas nicht klappt oder wenn die Erwachsenen etwas anderes bestimmen.
  • anfangen, etwas skeptischer gegenüber neuem Essen, bestimmten Konsistenzen oder Lebensmitteln zu sein, die es früher gern gegessen hat. Das ist im Kleinkindalter ganz normal.
  • bei den Aktivitäten des Alltags selbstständiger werden, z. B. indem es beim Anziehen hilft, versucht, sich die Hände zu waschen, und bei kleinen praktischen Aufgaben mitmacht.
Ideen für Aktivitäten
  • Hüpfen und Rennen
    Bau kleine Bewegungsparcours mit festen Sofakissen auf dem Boden und niedrigen Hindernissen, mit viel Platz zum Rennen, Anhalten und Richtungswechseln. Ein einfaches Fangspiel oder ein Spiel, bei dem dein Kind zu etwas Bestimmtem hin- und wieder zurückrennen soll, ist richtig gut, um Gleichgewicht und Koordination zu üben.
    Auch Hüpfspiele machen in diesem Alter Spaß. Zeig deinem Kind, wie man mit beiden Füßen gleichzeitig von einer kleinen Erhöhung herunterspringt, und lass es versuchen, es nachzumachen. Am Anfang heben die Füße vielleicht noch gar nicht vom Boden ab, aber nach und nach wird dein Kind besser darin, Absprung und Landung zu koordinieren.
  • Draußen spielen
    Ein Spielplatz, eine Wiese, ein langer Weg oder der Wald bieten ganz von selbst viele Möglichkeiten, zu entdecken und abwechslungsreiche Bewegung zu üben.
    Oft muss man gar nichts planen, wenn man rausgeht. Draußen findet dein Kind ganz von allein jede Menge Anregungen. Hilf nur so viel wie nötig, aber bleib trotzdem in der Nähe, wenn dein Kind klettert oder in der Höhe spielt. So kann dein Kind selbst Lösungen finden und erfahren, was sein Körper kann.
  • Rollenspiel
    Spiel mit, wenn dein Kind so tut, als ob, oder zum Beispiel kleine Alltagssituationen im Spiel nachahmt, und lass dein Kind bestimmen, was passieren soll. Vielleicht muss der Teddy etwas essen, oder vielleicht muss das Auto in die Werkstatt. Wenn die Erwachsenen mitspielen und die Handlungen in Worte fassen, bekommt dein Kind viele Gelegenheiten, Sprache, Fantasie und soziales Miteinander zu entwickeln.
  • Sinnesspiele mit den Händen
    Sand, Wasser, Knete und Essen, das ruhig gematscht und verschmiert werden darf, geben den Händen viele verschiedene Sinneseindrücke und viele Gelegenheiten, die Feinmotorik zu üben.
    Bei Kindern, die neuem Essen oder bestimmten Konsistenzen gegenüber skeptisch sind, kann es besonders sinnvoll sein, sie das Essen im Spiel und durch Anfassen erkunden zu lassen, ohne dass unbedingt erwartet wird, dass sie es essen.
    Manche Kinder lieben es, überall mit den Fingern hineinzufassen, während andere etwas länger brauchen, um sich an neue Materialien zu gewöhnen. Lass dein Kind in seinem eigenen Tempo entdecken, und mach keinen Druck, wenn sich etwas unangenehm anfühlt.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Kind
  • noch nicht rennt oder nur mit großen Schwierigkeiten schnell gehen, anhalten und die Richtung wechseln kann.
  • im Verhältnis zu seiner Erfahrung mit dem Laufen ungewöhnlich oft hinfällt oder stolpert.
  • Mühe hat, das Gleichgewicht zu halten.
  • ständig auf den Zehenspitzen läuft und die Fersen nicht auf den Boden bekommt.
  • hinkt, deutlich asymmetrisch läuft oder einen Arm oder ein Bein wesentlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • selbst mit Unterstützung Mühe hat, einzelne Treppenstufen hinaufzugehen oder auf niedrige Möbel zu klettern.
  • im Körper sehr steif oder ungewöhnlich schlaff wirkt.
  • deutliche Schwierigkeiten hat, seine Bewegungen zu koordinieren.
  • eine Hand kaum benutzt oder deutliche Schwierigkeiten hat, beide Hände zusammen zu benutzen.
  • einfache, vertraute Aufforderungen nicht versteht oder nicht auf bekannte Dinge zeigen kann, wenn jemand danach fragt.
  • Handlungen und Laute nur sehr eingeschränkt nachahmt oder nicht anfängt, einfache Rollenspiele zu spielen.
  • nicht auf Dinge deutet, um anderen etwas Spannendes zu zeigen, nicht auf seinen Namen reagiert oder nur selten Blickkontakt sucht und seine Aufmerksamkeit mit anderen teilt.
  • selten versucht, andere an seinen Erlebnissen teilhaben zu lassen, oder nur sehr eingeschränkt auf sozialen Kontakt reagiert.
  • bestimmte Bewegungen oder Handlungen sehr gleichförmig wiederholt, und gleichzeitig wenig Abwechslung in seinem Spiel hat oder Schwierigkeiten hat, mit anderen zusammen zu spielen.
  • sehr stark auf Geräusche, Berührungen, Kleidung, Essen oder andere Sinneseindrücke reagiert, sodass das sein Wohlbefinden oder seine Teilnahme am Alltag beeinträchtigt.
  • nur sehr wenige Lebensmittel isst, ausgeprägtes Unbehagen bei bestimmten Konsistenzen zeigt oder größere Essschwierigkeiten hat, die die Mahlzeiten, sein Wohlbefinden oder eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung beeinträchtigen.
  • motorische, sprachliche oder soziale Fähigkeiten verloren hat, die es vorher schon hatte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.

2,5 Jahre

Mit 2,5 Jahren hüpft und rennt dein Kind, und das Gleichgewicht wird von Monat zu Monat besser. Die Sprache entwickelt sich jetzt schnell, und dein Kind fängt an, kleine Geschichten zu erzählen, Fragen zu stellen und von sich selbst als „ich“ und „mich“ zu sprechen. Das Spiel wird fantasievoller, und dein Kind fängt ganz langsam an, mit anderen Kindern zusammen zu spielen.

Mit 2,5 Jahren wird ein durchschnittliches Kind typischerweise…

KINDER-
MEILENSTEINE

mit 2,5 Jahren

Grobmotorische Meilensteine
  • beidbeinig hüpfen, sowohl auf der Stelle als auch von einer niedrigen Stufe herunter.
  • sicher rennen, die Richtung wechseln und anhalten, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.
  • mit Unterstützung durch ein Geländer oder einen Erwachsenen Treppen hinauf- und hinuntergehen und anfangen, beim Hinaufgehen im Wechselschritt zu gehen (ein Fuß pro Stufe).
  • einen Ball nach vorn kicken und einen Ball über Kopf werfen.
  • bewusst auf Zehenspitzen gehen können.
  • mit immer besserem Gleichgewicht rückwärts und seitwärts gehen.
  • anfangen, auf schmalem oder unebenem Untergrund zu balancieren, z. B. auf einer niedrigen Bordsteinkante, eventuell mit Unterstützung eines Erwachsenen.
Feinmotorische Meilensteine
  • mit den Händen an etwas drehen, z. B. Türen mit Klinke öffnen und Deckel auf- und zuschrauben.
  • in einem Buch eine Seite nach der anderen umblättern.
  • senkrechte und waagerechte Striche und runde Kritzeleien zeichnen und einfache Striche nachmachen, die ein Erwachsener zeichnet.
  • einige Kleidungsstücke selbst ausziehen, z. B. eine lockere Hose, Socken oder eine offene Jacke.
  • beide Hände bei anspruchsvolleren Tätigkeiten zusammen benutzen, bei denen die eine Hand etwas festhält, während die andere arbeitet.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • einen Wortschatz von etwa 50 Wörtern oder mehr haben und zwei bis drei Wörter zu kleinen Sätzen verbinden, idealerweise auch mit Verben, z. B. „Hund rennt“ oder „Mama komm her“.
  • anfangen, Wörter wie „ich“, „mich“ und „wir“ zu benutzen.
  • vertraute Dinge in einem Buch benennen, wenn ein Erwachsener darauf zeigt und fragt: „Was ist das?“
  • mindestens eine Farbe kennen, z. B. auf etwas Rotes zeigen können, wenn ein Erwachsener nach der roten Farbe fragt.
  • zunehmend anfangen, mit anderen Kindern zusammen zu spielen.
  • den Erwachsenen zeigen, was es kann, und vielleicht „Guck mal!“ sagen.
  • einfache Abläufe im Alltag mitmachen, z. B. beim Aufräumen helfen.
  • einfache Lösungen für Probleme finden, z. B. sich auf einen Hocker stellen, um an etwas heranzukommen, oder einen Gegenstand wegschieben, der im Weg steht.
Ideen für Aktivitäten
  • Balancierspiele
    Auf einer Bordsteinkante, einem Seil auf dem Boden oder einem Baumstamm im Wald zu balancieren ist richtig gutes Training für Gleichgewicht und Körperkontrolle.
    Auch ein Laufrad kann eine tolle Möglichkeit sein, das dynamische Gleichgewicht und die Koordination zu üben.
  • Basteln und Kneten
    In diesem Alter kann dein Kind anfangen zu üben, Kugeln und kleine „Würstchen“ aus Knete zu rollen, sie flachzudrücken und auseinanderzuziehen. Aufkleber, die abgezogen und auf Papier geklebt werden, sind auch eine schöne Herausforderung für die Finger.
  • Fantasiespiel und Miteinander
    Dein Kind fängt jetzt immer mehr an, seine Fantasie zu benutzen, um sich vorzustellen, dass ein Gegenstand etwas anderes ist, als er ist. Zum Beispiel, dass ein Pappkarton zum Auto wird oder ein Hocker mitten im Wohnzimmer ein Schiff ist. Es ist auch ein gutes Alter, um ein anderes Kind zum Spielen einzuladen, damit die beiden sich gegenseitig nachahmen, Spielzeug tauschen und so langsam anfangen können, zusammen zu spielen. Es ist ganz normal, dass Kinder noch viel nebeneinander spielen.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Kind
  • Mühe hat, zu rennen, anzuhalten und die Richtung zu wechseln.
  • im Vergleich zu Gleichaltrigen ungewöhnlich oft hinfällt, stolpert oder sich wehtut oder andere Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht hat.
  • ständig auf den Zehenspitzen läuft und die Fersen nicht auf den Boden bekommt.
  • hinkt, asymmetrisch läuft oder einen Arm oder ein Bein wesentlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • Mühe hat, die Hände für alltägliche Tätigkeiten zu benutzen.
  • immer noch nur ganz wenige erkennbare Wörter sagt oder noch keine zwei Wörter verbindet.
  • selten Kontakt zu anderen sucht, nicht versucht, Erlebnisse mit Erwachsenen zu teilen, oder nur sehr wenig Interesse am Miteinander und am Spiel mit anderen zeigt.
  • bestimmte Bewegungen oder Handlungen sehr gleichförmig wiederholt, und gleichzeitig wenig Abwechslung in seinem Spiel hat oder Schwierigkeiten hat, mit anderen zusammen zu spielen.
  • sehr stark auf Geräusche, Berührungen, Kleidung, Essen oder andere Sinneseindrücke reagiert, sodass das sein Wohlbefinden oder seine Teilnahme am Alltag beeinträchtigt.
  • motorische, sprachliche oder soziale Fähigkeiten verloren hat, die es vorher schon hatte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.

3 Jahre

Mit 3 Jahren bewegt sich der Körper sicher und schnell, und dein Kind kann jetzt vieles, was es braucht, um auf dem Spielplatz im Kindergarten mitzuhalten, z. B. rennen, hüpfen, klettern und Rad fahren. Die Sprache hat einen riesigen Sprung gemacht, und die meisten Kinder können kleine Gespräche führen, Fragen stellen und von dem erzählen, was sie erleben. Das Spielen mit anderen Kindern wird wichtiger, und dein Kind fängt immer mehr an, mit anderen zusammen zu spielen und nicht nur neben ihnen.

Für viele Kinder ist es auch ein Alter mit vielen neuen Eindrücken, und jetzt werden sensorische Unterschiede zwischen Kindern im Alltag oft deutlicher.

Mit 3 Jahren wird ein durchschnittliches Kind typischerweise…

KINDER-
MEILENSTEINE

mit 3 Jahren

Grobmotorische Meilensteine
  • sicher rennen, anhalten und mit gutem Gleichgewicht die Richtung wechseln.
  • Treppen im Wechselschritt (ein Fuß pro Stufe) hinaufgehen und anfangen, es beim Hinuntergehen genauso zu machen. Beim Hinuntergehen setzen viele Kinder noch beide Füße auf jede Stufe.
  • mit geschlossenen Beinen nach vorn hüpfen und mit beiden Füßen von einer niedrigen Stufe herunterspringen.
  • einen kurzen Moment ohne Unterstützung auf einem Bein stehen.
  • sicher Laufrad fahren, wenn es das geübt hat.
  • sicher auf Klettergerüsten und anderen Hindernissen auf dem Spielplatz klettern.
  • einen etwas größeren Ball mit beiden Händen fangen.
  • einen Ball über Kopf werfen und gezielt einen Ball kicken.
Feinmotorische Meilensteine
  • große Perlen auf eine Schnur fädeln.
  • selbst mit Gabel und Löffel essen.
  • einige Kleidungsstücke selbst anziehen, z. B. eine lockere Hose oder eine Jacke, und beim restlichen Anziehen aktiv mithelfen.
  • anfangen zu üben, mit einer Kinderschere kleine Stücke Papier abzuschneiden, auch wenn es noch schwer ist, genau an einer Linie entlangzuschneiden.
  • beide Hände bei Tätigkeiten zusammen benutzen, bei denen die eine Hand etwas festhält, während die andere arbeitet, z. B. beim Malen, Schneiden oder Öffnen von Behältern.
  • die Finger genauer einsetzen, um kleine Gegenstände zu handhaben, Dinge zu drehen und einfache Puzzles zu legen.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • kleine Gespräche führen, in denen das Kind und der Erwachsene mehrmals abwechselnd etwas sagen.
  • in längeren Sätzen sprechen und anfangen, von kleinen Erlebnissen aus dem Alltag zu erzählen.
  • Fragen mit Wörtern wie „wer“, „was“, „wo“ und „warum“ stellen.
  • erzählen, was auf einem Bild passiert, z. B. „der Junge isst“ oder „der Hund rennt“.
  • seinen Vornamen sagen, wenn jemand danach fragt.
  • so deutlich sprechen, dass in der Regel auch andere als die engsten Bezugspersonen verstehen, was es sagt.
  • andere Kinder bemerken, auf sie zugehen und anfangen, bei gemeinsamen Spielen mitzumachen.
  • im Rollenspiel seine Fantasie benutzen, z. B. Vater, Mutter, Kind, Kaufladen oder Arzt.
  • anfangen, kurz zu warten, bis es an der Reihe ist, und sich im Spiel mit anderen Kindern an einfache gemeinsame Regeln halten.
  • einfache Warnungen verstehen und darauf reagieren, z. B. einen heißen Herd nicht anfassen, wenn ein Erwachsener davor warnt.
  • viele verschiedene Gefühle zeigen und anfangen, sie in Worte zu fassen, z. B. „Ich bin sauer“ oder „Ich war traurig“.
  • anfangen zu verstehen, dass andere Menschen etwas anderes fühlen können als es selbst, und vielleicht versuchen zu trösten oder zu helfen, wenn jemand traurig ist.
Ideen zum Spielen
  • Werfen und Fangen
    Spielt Werfen und Fangen mit einem großen, weichen Ball. Fangt nah beieinander an, damit dein Kind gute Chancen hat, den Ball mit Händen, Armen und Körper zu fangen.
  • Balancierspiele
    Auf einem Bein stehen, auf Zehenspitzen gehen oder auf einem Seil balancieren, das auf dem Boden liegt. Einfache Bewegungsspiele wie diese sind richtig gut, um Gleichgewicht, Kraft und Koordination des Körpers herauszufordern. Wandle das Spiel ruhig ab, damit dein Kind sowohl etwas üben kann, das es schon beherrscht, als auch etwas ausprobieren kann, das ein bisschen schwerer ist.
  • Zur Ruhe kommen nach einem langen Tag
    Viele Kinder haben im Kindergarten richtig viel Energie verbraucht und müssen auftanken, wenn sie nach Hause kommen. Manchen Kindern hilft es, sich durch Bewegung aktiv zu regulieren, während andere eher eine ruhige Umgebung und weniger Eindrücke brauchen.
  • Fantasiespiel und kleine Gespräche
    Spielt zum Beispiel Kaufladen, Arzt, Restaurant oder Familie mit Puppen, Kuscheltieren und anderem Spielzeug. Dein Kind kann jetzt anfangen, bei kleinen gemeinsamen Geschichten mitzumachen, bei denen ihr abwechselnd erfindet, was passieren soll.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Kind
  • im Vergleich zu Gleichaltrigen ungewöhnlich oft hinfällt, stolpert oder sich wehtut oder deutliche Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht hat.
  • noch nicht beidbeinig hüpfen kann oder Mühe hat, zu rennen, zu klettern oder Treppen zu steigen.
  • ständig auf den Zehenspitzen läuft und die Fersen nicht auf den Boden bekommt.
  • hinkt, asymmetrisch läuft oder einen Arm oder ein Bein wesentlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • Mühe hat, die Hände für alltägliche Tätigkeiten zu benutzen, z. B. zum Malen, zum Umgang mit Besteck, zum Bauen mit Klötzen oder zum Mithelfen beim eigenen An- und Ausziehen.
  • noch nicht in kleinen Sätzen spricht oder einen sehr begrenzten Wortschatz hat.
  • nur selten Blickkontakt sucht, auf seinen Namen reagiert oder sich auf wechselseitige Kommunikation einlässt.
  • bestimmte Bewegungen oder Handlungen sehr gleichförmig wiederholt, und gleichzeitig wenig Abwechslung in seinem Spiel hat oder Schwierigkeiten im Miteinander mit anderen hat.
  • sehr stark auf Geräusche, Berührungen, Kleidung, Essen oder andere Sinneseindrücke reagiert, sodass das sein Wohlbefinden oder seine Teilnahme am Alltag beeinträchtigt.
  • motorische, sprachliche oder soziale Fähigkeiten verloren hat, die es vorher schon hatte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.

4 Jahre

Mit 4 Jahren kann der Körper deines Kindes schon anspruchsvollere Dinge wie auf einem Bein hüpfen und einen Ball fangen, und viele Kinder lieben es, die Grenzen ihres Körpers auszutesten. Die Sprache ist jetzt so gut, dass dein Kind von seinem Tag erzählen, sich Lieder und Reime merken und erklären kann, wofür verschiedene Gegenstände benutzt werden. Dein Kind spielt jetzt mit anderen Kindern und übt, dass mal das eine, mal das andere Kind bestimmt, was im Spiel passiert.

Mit 4 Jahren wird ein durchschnittliches Kind typischerweise…

KINDER-
MEILENSTEINE

mit 4 Jahren

Grobmotorische Meilensteine
  • mehrere Sekunden auf einem Bein stehen und anfangen, ein paar Hüpfer auf einem Bein zu machen.
  • einen großen Ball fangen und den Körper an die Bewegung des Balls anpassen.
  • einen Ball über Kopf in eine bestimmte Richtung werfen, mit immer besserer Genauigkeit.
  • mit geschlossenen Beinen nach vorn und über kleine Hindernisse hüpfen und mit gutem Gleichgewicht landen.
  • sicher Leitern und Klettergerüste auf dem Spielplatz hinaufklettern.
  • sicher Laufrad fahren und vielleicht anfangen, Fahrrad zu fahren, wenn es Gelegenheit zum Üben hatte.
  • mit gutem Gleichgewicht auf einer Linie oder einer schmalen Kante gehen.
  • selbst schaukeln, indem es mit den Beinen und Bewegungen des Körpers Schwung holt.
  • schnell rennen, anhalten und die Richtung wechseln, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.
  • Treppen mit abwechselnd rechtem und linkem Fuß hinauf- und hinuntergehen, ohne Unterstützung von einem Erwachsenen zu brauchen.
Feinmotorische Meilensteine
  • anfangen, einen Filzstift oder Bleistift eher wie beim Schreiben zwischen den Fingern zu halten statt im Faustgriff.
  • mit einer Kinderschere an einer Linie entlangschneiden, auch wenn es noch schwer sein kann, der Linie ganz genau zu folgen.
  • einige Knöpfe aufknöpfen und anfangen, größere Knöpfe zuzuknöpfen.
  • die meisten Kleidungsstücke selbst an- und ausziehen, aber vielleicht noch Hilfe bei Reißverschlüssen und Knöpfen brauchen oder dabei, ein Kleidungsstück richtig herum anzuziehen.
  • sich Essen auf den Teller schöpfen und Wasser aus einem kleinen Krug in ein Glas gießen, wenn ein Erwachsener ein bisschen hilft.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • seine Sprache benutzen, um zu erzählen, zu fragen und zu erklären.
  • bei bekannten Liedern mitsingen und sich Wörter aus Reimen, Versen und Geschichten merken.
  • erzählen, was als Nächstes in einer Geschichte passiert, die es gut kennt.
  • fantasievolle Rollenspiele spielen, in denen es sich vorstellt, jemand anderes zu sein, z. B. ein Superheld, eine Erzieherin, ein Hund oder eine Ärztin.
  • auf andere Kinder zugehen, um zu spielen, und anfangen, Rollen und Handlungen in gemeinsamen Spielen vorher abzusprechen.
  • Fürsorge für andere zeigen, z. B. indem es ein Kind tröstet, das traurig ist oder sich wehgetan hat.
  • anfangen, offensichtliche Gefahren zu erkennen und zu meiden, z. B. dass es nicht sicher ist, von sehr hohen Stellen herunterzuspringen.
  • sich freuen, bei kleinen Aufgaben zu helfen, und stolz zeigen, was es schon selbst schafft.
  • anfangen, sein Verhalten an verschiedene Situationen anzupassen, z. B. dass man in der Bücherei leiser spricht als auf dem Spielplatz.
  • die Sprache aktiver benutzen, um von seinen Gefühlen zu erzählen, und anfangen zu verstehen, wie es anderen gehen kann.
Ideen zum Spielen
  • Freude an Bewegung
    Ein Kind mit 4 Jahren hat oft eine ganz klare Meinung darüber, welche Arten von Bewegung ihm am meisten Spaß machen. Spiel deshalb am besten die Spiele und biete die Aktivitäten an, bei denen du weißt, dass dein Kind Freude an Bewegung hat und Lust bekommt, sich zu bewegen und zu entdecken, was sein Körper kann.
  • Kleine Köche
    Wasser eingießen, Essen auf den Teller schöpfen, einen Teig umrühren oder eine Banane mit einem kindgerechten Küchenmesser schneiden sind gute Möglichkeiten, Feinmotorik, Präzision und die Zusammenarbeit der beiden Hände zu üben.
    Lass dein Kind in der Küche mitmachen und kleine Aufgaben übernehmen, die zu seinem Alter passen. Das kann z. B. sein, Zutaten in eine Schüssel zu geben, Teig zu kneten, eine Banane zu schälen oder beim Tischdecken zu helfen. Das gibt deinem Kind auch das schöne Gefühl, etwas selbst zu können und bei dem mitzumachen, was die Großen machen. Gleichzeitig kann dein Kind verschiedene Strukturen und Konsistenzen, Düfte und Geschmacksrichtungen erkunden.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Kind
  • im Vergleich zu Gleichaltrigen viel hinfällt und stolpert.
  • Mühe hat, zu hüpfen, kurz auf einem Bein zu stehen oder einen großen Ball zu fangen.
  • körperlichen Aktivitäten, bei denen es eigentlich gern mitmachen möchte, oft aus dem Weg geht, weil sie zu schwer oder körperlich zu anstrengend sind.
  • ständig auf den Zehenspitzen läuft und die Fersen nicht auf den Boden bekommt.
  • hinkt, asymmetrisch läuft oder einen Arm oder ein Bein wesentlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • große Schwierigkeiten hat, beide Hände bei alltäglichen Tätigkeiten zusammen zu benutzen.
  • gar kein oder nur sehr wenig Interesse an gemeinsamem Spiel, Miteinander und wechselseitiger Kommunikation zeigt.
  • sehr häufige, heftige oder lang anhaltende Gefühlsausbrüche oder Wutanfälle hat, die sein Wohlbefinden oder seine Teilnahme am Alltag erheblich beeinträchtigen.
  • stark auf Geräusche, Berührungen, Kleidung, Essen oder andere Sinneseindrücke reagiert, sodass das sein Wohlbefinden oder seine Teilnahme am Alltag beeinträchtigt.
  • motorische, sprachliche oder soziale Fähigkeiten verloren hat, die es vorher schon hatte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.

5 Jahre

Mit 5 Jahren ist der Körper kräftig und beweglich, und dein Kind beherrscht jetzt viele anspruchsvolle Bewegungen wie auf einem Bein hüpfen, Purzelbäume schlagen, selbst schaukeln und vielleicht ohne Stützräder Rad fahren. Dein Kind hat jetzt einen großen Wortschatz, kann lange Geschichten erzählen, reimen und fängt vielleicht an, sich für Zahlen und Buchstaben zu interessieren. Das Spiel mit anderen Kindern ist anspruchsvoller geworden, und dein Kind kann jetzt besser warten, bis es an der Reihe ist, sich an eine Absprache halten und sich länger auf eine Aktivität konzentrieren.

Mit 5 Jahren wird ein durchschnittliches Kind typischerweise…

KINDER-
MEILENSTEINE

mit 5 Jahren

Grobmotorische Meilensteine
  • mehrmals hintereinander auf dem rechten und auf dem linken Bein hüpfen.
  • mehrere Sekunden auf einem Bein stehen und das Gleichgewicht halten, auch wenn sich der Körper ein wenig bewegt.
  • einen kleineren Ball mit den Händen fangen und einen rollenden Ball kicken.
  • ohne Hilfe einen Purzelbaum schlagen.
  • selbst schaukeln und von der Schaukel abspringen, während sie in Bewegung ist.
  • mit geschlossenen Beinen nach vorn hüpfen und im „Hopserlauf“ hüpfen.
  • sicher Fahrrad ohne Stützräder fahren, wenn es Gelegenheit zum Üben hatte.
  • schnell rennen, anhalten, Kurven laufen und die Richtung wechseln, mit guter Kontrolle.
  • auf schmalem und unebenem Untergrund balancieren und die Bewegungen des Körpers an verschiedene Herausforderungen anpassen.
Feinmotorische Meilensteine
  • einen Stift sicher mit den Fingern halten (z. B. im Dreipunktgriff) und ihn für genauere Zeichenbewegungen steuern können.
  • einen erkennbaren Menschen mit mehreren Körperteilen und Details wie Augen, Mund, Haaren oder Kleidung zeichnen.
  • einige der Buchstaben aus seinem Namen schreiben.
  • einfache Figuren mit einer Schere ausschneiden und anfangen, sowohl geraden als auch gebogenen Linien zu folgen.
  • Knöpfe zuknöpfen und die meisten Kleidungsstücke selbst an- und ausziehen, vielleicht noch mit etwas Hilfe bei schwierigen Verschlüssen.
  • sich mit einem Messer selbst ein Brot schmieren und belegen und normales Besteck benutzen.
  • kleinere Gegenstände mit immer größerer Genauigkeit handhaben, z. B. Perlen, Bausteine und kleine Teile zum Konstruieren.
Sinne, Kontakt und Sprache
  • eine zusammenhängende Geschichte erzählen, die es selbst erlebt, gehört oder sich ausgedacht hat.
  • ein Gespräch in Gang halten, in dem es mehrmals hin und her geht.
  • einfache Reime benutzen und erkennen, z. B. „Haus“ und „Maus“.
  • bis 10 zählen und anfangen, Zahlen mit Mengen zu verbinden.
  • die Namen einiger Buchstaben erkennen und sagen, vor allem die aus seinem eigenen Namen.
  • Wörter für Zeit benutzen, z. B. „gestern“, „morgen“, „morgens“ und „abends“.
  • seine Aufmerksamkeit 5–10 Minuten oder länger bei einer interessanten Tätigkeit halten, z. B. beim Vorlesen, beim Bauen oder bei kreativen Tätigkeiten.
  • einfache Regeln befolgen und im Spiel und Miteinander mit anderen Kindern warten, bis es an der Reihe ist.
  • mit anderen Kindern fantasievolle Rollenspiele spielen und vorher planen, was im Spiel passieren soll.
  • singen, tanzen oder etwas vorführen und sich vielleicht eigene kleine Geschichten oder Aufführungen ausdenken.
  • bei kleinen Aufgaben zu Hause helfen, z. B. Socken sortieren, den Tisch decken oder aufräumen.
  • anfangen, die Sichtweisen und Gefühle anderer besser zu verstehen, und Meinungsverschiedenheiten zunehmend mit Worten lösen.
Ideen für Aktivitäten
  • Aktiver Alltag
    Lade zu Bewegung und Bewegungsfreude ein, indem du jeden Tag mit deinem Kind rausgehst, Spielplätze besuchst und im Alltag Platz und Zeit zum Austoben lässt. Wenn es sich einrichten lässt, legt den Weg zum Kindergarten und zurück am besten zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Beim Radfahren kann dein Kind üben, loszufahren, anzuhalten, abzubiegen und das Gleichgewicht zu halten.
  • Brettspiele und Kartenspiele
    In diesem Alter lieben es viele Kinder, Brett- und Kartenspiele zu spielen. Dein Kind sammelt Erfahrungen damit, zu warten, seine Strategie zu ändern und damit umzugehen, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Und es ist eine schöne Art, Zeit miteinander zu verbringen. Fang am besten mit einfachen Spielen an, deren Regeln leicht zu verstehen sind und bei denen dein Kind Erfolgserlebnisse haben kann. Hilf deinem Kind mit den großen Gefühlen, wenn dein Kind verliert oder frustriert ist. Das ist immer noch eine Fähigkeit, die sich gerade entwickelt.
Schau genauer hin oder lass dich beraten, wenn dein Kind
  • deutliche Schwierigkeiten hat, auf einem Bein zu hüpfen, zu springen, einen Ball zu fangen, zu balancieren oder Bewegungen zu koordinieren.
  • Mühe hat, bei normalen Bewegungsspielen mitzuhalten, und oft hinfällt.
  • körperlicher Aktivität aus dem Weg geht oder schnell erschöpft ist.
  • ständig auf den Zehenspitzen läuft und die Fersen nicht auf den Boden bekommt.
  • hinkt, deutlich asymmetrisch läuft oder einen Arm oder ein Bein wesentlich weniger benutzt als die andere Seite.
  • sprachlich sehr eingeschränkt ist und für Menschen außerhalb der Familie schwer zu verstehen ist.
  • Mühe hat, bei Spielen mitzumachen, bei denen es Regeln einhalten, warten, bis es dran ist, oder aufmerksam bleiben muss, in einem Maß, das seinen Alltag und sein Wohlbefinden beeinträchtigt.
  • sehr häufige, heftige oder lang anhaltende Gefühlsausbrüche oder Wutanfälle hat, die sein Wohlbefinden, seine Beziehungen oder seine Teilnahme am Alltag erheblich beeinträchtigen.
  • sehr stark auf Geräusche, Berührungen, Kleidung, Essen oder andere Sinneseindrücke reagiert, sodass das sein Wohlbefinden oder seine Teilnahme am Alltag beeinträchtigt.
  • motorische, sprachliche oder soziale Fähigkeiten verloren hat, die es vorher schon hatte. Das sollte ärztlich abgeklärt werden.

Häufige Fragen zu den motorischen Meilensteinen von Babys

Viele Babys fangen mit etwa 5 Monaten an, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen, nachdem sie mit etwa 4 Monaten angefangen haben, das Drehen auf die Seite zu üben.

Dieser Meilenstein sorgt oft für Verwirrung, weil es einen Unterschied gibt zwischen einem passiven, unfreiwilligen Umkippen vom Bauch auf den Rücken und einer aktiven, kontrollierten Drehung.

Kleine Babys können nämlich schon früh auf den Rücken kippen, wenn sie auf dem Bauch liegen. Das passiert z. B., wenn sie Kopf und Oberkörper anheben, sodass sich der Schwerpunkt verschiebt und sie das Gleichgewicht verlieren, oder wenn sie eine leichte C-Form („Bananenform“) haben, durch die ihr Kopf zur einen Seite kippt und damit auch den Schwerpunkt zur einen Seite verschiebt. Aber das ist nicht dasselbe, wie eine motorische Fähigkeit zu beherrschen.

Mein Blick auf Meilensteine ist funktionell. Deshalb interessiert mich mehr, wie ein Baby seinen Körper einsetzt und kontrolliert, als die Frage, ob es zufällig mithilfe der Schwerkraft von einer Position in eine andere gekommen ist.

Eine kontrollierte Drehung setzt voraus, dass das Baby aktiv das Gewicht verlagern, den Körper rotieren und die Bewegung dabei steuern kann. Bei der Drehung vom Bauch auf den Rücken muss das Baby unter anderem lernen, die Bewegung zu kontrollieren und abzubremsen, während die Schwerkraft den Körper herumzieht. Das stellt komplexere Anforderungen an die Muskelarbeit als die Drehung vom Rücken auf den Bauch.

Deshalb lege ich mehr Wert darauf, dass ein Baby eine aktive und kontrollierte Drehung vom Rücken auf den Bauch entwickelt. Eine fehlende Drehung vom Bauch auf den Rücken werte ich selten als eigenes Zeichen für eine motorische Verzögerung. Manche Babys liegen nämlich so gern auf dem Bauch und spielen, dass sie selten üben, wieder auf den Rücken zu kommen. Es wäre schade, das als motorische Verzögerung zu deuten, denn in manchen Fällen kann es ja sogar ein Zeichen für das Gegenteil sein.

Für mich ist es wichtiger, auf die motorische Entwicklung als Ganzes zu schauen: Kann das Baby den Kopf stabil halten, sich auf die Arme stützen, das Gewicht verlagern, den Körper rotieren und beide Seiten aktiv benutzen?

Das Drehen vom Bauch auf den Rücken ist durchaus auch eine motorische Fähigkeit, aber gerade weil die Bewegung sowohl als unbeabsichtigtes Umkippen als auch als kontrollierte Drehung geschehen kann, habe ich mich entschieden, ihr auf dieser Seite keinen eigenen Altersmeilenstein zu geben.

Mit etwa 5 Monaten fangen viele Babys an, in Rückenlage mit den Händen nach Oberschenkeln, Knien und Unterschenkeln zu greifen. Mit etwa 6 Monaten können die meisten beide Füße greifen und zum Mund führen.

Das ist ein wichtiger Teil der motorischen Entwicklung, weil das Baby hier aktiv mit den Bauchmuskeln, den Hüften und der Rumpfmuskulatur arbeitet. Gleichzeitig kann es seine Füße mit Händen, Augen und Mund untersuchen.

Beim Drehen im Kreis dreht sich das Baby auf dem Bauch um sich selbst, ein bisschen wie die Zeiger einer Uhr. Mit etwa 6 Monaten fangen viele Babys an, das zu üben, und mit 7 Monaten werden sie meist sicherer darin, sich zu beiden Seiten im Kreis zu drehen. Das Drehen im Kreis ist eine wichtige motorische Erfahrung, weil das Baby übt, das Gewicht von einem Arm auf den anderen zu verlagern, den Körper zu rotieren und Arme und Beine einzusetzen, um zu etwas Spannendem zu gelangen. Es ist auch eine gute Vorbereitung darauf, auf dem Bauch vorwärts zu robben.

Viele Babys fangen mit etwa 7–8 Monaten an, ohne Unterstützung zu sitzen, und mit 9 Monaten können die meisten sowohl sicher sitzen als auch selbst vom Boden in den Sitz kommen.

Es ist ein Unterschied, ob ein Baby das Gleichgewicht halten kann, wenn ein Erwachsener es hinsetzt, oder ob es selbst vom Liegen ins Sitzen kommt. Das Zweite erfordert mehr Kraft und Koordination, die das Baby unter anderem durch aktives Spielen auf dem Boden, durch Robben, Krabbeln und gerade durch das Wechseln zwischen verschiedenen Positionen entwickelt.

Ich empfehle deshalb, dem Baby viel Zeit auf dem Boden zu geben, damit es die Bewegungen, die zum Sitzen führen, selbst entwickeln kann. Es ist völlig in Ordnung, wenn das Baby gestützt bei einem Erwachsenen oder bei den Mahlzeiten im Hochstuhl sitzt, aber ich empfehle generell nicht, Zeit darauf zu verwenden, mit dem Baby das Sitzen auf dem Boden zu üben, bevor es selbst in den Sitz kommt.

Es gibt auch einen ganz praktischen Vorteil, wenn man wartet. Hat ein Baby erst einmal erlebt, wie schön es ist, aufrecht zu sitzen und zu spielen, kann es schwer akzeptieren, wieder auf den Bauch gelegt zu werden, wo es viel mehr Arbeit kostet, sich fortzubewegen. Das kann im Alltag zu unnötigen kleinen Konflikten führen.

Ein durchschnittliches Baby fängt mit 6 bis 8 Monaten an zu robben.

Die ersten Robbversuche sind oft etwas unkoordiniert, aber nach und nach entwickelt das Baby ein effektiveres Bewegungsmuster, bei dem Arme und Beine zusammenarbeiten, um den Körper kreuzkoordiniert vorwärtszubewegen: Ein Arm zieht, während das gegenüberliegende Bein schiebt, und danach umgekehrt.

Ich empfehle, ein abwechslungsreiches Robben zu unterstützen, bei dem das Baby beide Körperseiten gleichmäßig und aktiv einsetzt.

Übungen und Spiele, die das Robben unterstützen, findest du in DeveloBaby Robben.

Ein durchschnittliches Baby fängt mit 7 bis 9 Monaten an, auf allen Vieren zu krabbeln.

Am Anfang übt das Baby meist, in den Vierfüßlerstand zu kommen und vor und zurück zu schaukeln, bevor die ersten Krabbelbewegungen kommen. Wenn das Krabbeln sicherer wird, entwickelt sich ein koordiniertes Überkreuzmuster, bei dem Arm und Bein der jeweils gegenüberliegenden Seite zusammenarbeiten.
Das Krabbeln auf allen Vieren bietet viele Möglichkeiten, Schultern, Arme, Rücken, Bauch und Hüften zu kräftigen und Gleichgewicht, Gewichtsverlagerung und die Koordination zwischen den beiden Körperseiten zu üben.

Das ist eine motorische Phase, die ich sehr gern fördere, auch wenn manche Kinder andere Wege finden, sich fortzubewegen, und laufen, ohne viel auf allen Vieren gekrabbelt zu sein.

Übungen, die dem Baby vom Robben zum Krabbeln weiterhelfen, findest du in DeveloBaby Krabbeln.

Nein, das ist längst nicht sicher. Ein Baby steht oft viele Wochen und manchmal Monate im Vierfüßlerstand, bevor das eigentliche Krabbeln kommt. Ich empfehle deshalb, in dieser Phase weiter mit dem Robben zu arbeiten, statt es zu überspringen und direkt das Krabbeln zu üben. Die Überkreuzbewegungen beim Robben bringen das Krabbeln gut auf den Weg, und auch wenn das Robben keine zwingende Voraussetzung für das Krabbeln ist, profitieren die meisten Babys davon, diesen Meilenstein zu durchlaufen.

Ein durchschnittliches Baby fängt mit 8 bis 10 Monaten an, sich an Möbeln hochzuziehen und zu stehen.

Am Anfang steht das Baby mit etwas auseinanderstehenden Füßen, und die Fußgelenke können etwas nach innen knicken. Es ist normal, dass Füße und Fußgelenke in dieser Phase noch Kraft und Stabilität entwickeln. Das Baby kann auch ab und zu auf den Zehenspitzen stehen, sollte aber die Fersen auf den Boden bekommen können.

Mit etwa 10–11 Monaten fangen viele auch an, seitwärts an den Möbeln entlangzugehen und zu üben, wieder auf den Boden zu kommen.

Ein durchschnittliches Baby fängt mit etwa 12 Monaten an, frei zu laufen, aber beim Laufen ist die normale Bandbreite ziemlich groß. Viele Kinder machen ihre ersten Schritte mit etwa 12–14 Monaten, während andere etwas früher oder etwas später anfangen.

Mit 15 Monaten laufen die meisten Kinder allein, und mit 18 Monaten sollte ein Kind, das noch nicht selbstständig läuft, in der Kinderarztpraxis genauer untersucht werden, nicht erst bei der nächsten U-Untersuchung. Ich bin allerdings dafür, schon eine ganze Weile vorher genauer auf die Entwicklung des Laufens zu schauen, vor allem wenn das Kind keine deutlichen Fortschritte zeigt.

Es kann nämlich ganz harmlose Gründe dafür geben, dass manche Kinder länger brauchen, um laufen zu lernen. Das kann z. B. eine leichte Hypermobilität sein, eine niedrige Muskelspannung (niedriger Muskeltonus), eine geringere Stabilität rund um Hüften und Rumpf oder kleine Gleichgewichtsschwierigkeiten, wie man sie unter anderem bei Flüssigkeit im Mittelohr (Paukenerguss) sieht.

Viele dieser Kinder können von gezielten motorischen Übungen gut profitieren. Und meine Erfahrung ist, dass es oft sinnvoll ist, etwas früher zu helfen, statt zu warten, bis das Kind 18 Monate alt ist. Wenn die Gleichaltrigen anfangen, auf dem Spielplatz herumzulaufen und zu rennen, kann es nämlich die Möglichkeiten eines Kindes einschränken, mitzuhalten und beim Spielen mitzumachen, wenn es sich immer noch nur auf dem Boden fortbewegen kann.

Wenn ich mit Kindern arbeite, die später laufen lernen, geht es deshalb selten darum, die Gehbewegung selbst zu trainieren, indem man das Kind an den Händen hält oder einen Lauflernwagen benutzt. Es geht vielmehr darum herauszufinden, was Stabilität und Gleichgewicht erschwert, und genau diese Funktionen zu unterstützen.

Viel aktives Spielen auf dem Boden, Krabbeln, Aufstehen und Wieder-Hinsetzen sowie seitliches Gehen an den Möbeln entlang bieten gute Möglichkeiten, Kraft, Gleichgewicht und Koordination zu entwickeln.

In meinem Übungsprogramm DeveloBaby Laufen lernen findest du Spiele und Übungen, die Spaß machen und ein kräftiges und stabiles Laufen unterstützen.

Das kommt darauf an, was man mit wichtig meint. Lebenswichtig? Nein. Ein Vorteil für die Entwicklung von Gehirn und Körper? Ja, auf jeden Fall!

Wenn ein Baby auf dem Bauch liegt, sich umdreht, robbt, krabbelt, sich hochzieht und läuft, sammelt der Körper viele wertvolle Erfahrungen mit Kraft, Gleichgewicht, Rotation, Koordination und sensorischer Verarbeitung. Das sind Bewegungen, die im Laufe der Evolution ein natürlicher Teil der motorischen Entwicklung des Menschen geworden sind und die helfen, ein gutes motorisches Fundament aufzubauen.

Aber das bedeutet nicht, dass die motorische Entwicklung so hierarchisch aufgebaut ist, dass man unbedingt alle Meilensteine wie an einer Perlenschnur durchlaufen muss, um einen kräftigen und gut funktionierenden Körper entwickeln zu können.

Gehirn und Körper sind in den ersten Lebensjahren am formbarsten, aber zum Glück bleiben sie ein Leben lang formbar. Wir werden unser ganzes Leben lang besser in den Bewegungen, die wir nutzen, üben und trainieren. Ein Kind, das einige Meilensteine überspringt, später aber viel Bewegungserfahrung sammelt, Koordination und Kraft trainiert und Freude daran findet, seinen Körper zu benutzen, kann deshalb ohne Weiteres einen mindestens genauso kräftigen und gut funktionierenden Körper entwickeln wie ein Kind, das alle Meilensteine durchlaufen hat, später aber Interessen bekam, bei denen es sich nicht bewegt hat.

Es ist ein Vorteil, wenn sich ein Baby durch die vielen motorischen Meilensteine entwickelt, die die Evolution schließlich geformt hat. Die Bewegungen, die das Kind dabei durchläuft, stärken genau das, was ein kräftiger Körper ein Leben lang braucht.

Denn wir wissen ja nicht, welche Interessen unsere Kinder später im Leben haben werden. Vielleicht wird es Schach, vielleicht eine anspruchsvolle Sportart. Ich wünsche mir einfach, dass alle Kinder ein gutes motorisches Fundament bekommen, sich in ihrem Körper wohlfühlen und ihn für das nutzen können, worauf sie Lust haben, wann sie Lust darauf haben.

Nein. Die Altersangaben auf dieser Seite beschreiben, was ein durchschnittlich entwickeltes Kind zu verschiedenen Zeitpunkten typischerweise kann oder gerade lernt. Das bedeutet nicht, dass alle Kinder genau im selben Alter dasselbe können müssen.

Lies am besten die Abschnitte Anti-Sorgen und Durchschnittliche motorische Entwicklung.

Im Zweifel können deine Kinderarztpraxis oder eine Kinderphysiotherapeutin bzw. ein Kinderphysiotherapeut helfen, die Entwicklung deines Kindes einzuschätzen.

Es ist ganz normal, dass Babys verschiedene Positionen und Bewegungen ausprobieren. Wenn ein Baby aber ständig eine Körperseite mehr benutzt als die andere, empfehle ich, genauer hinzuschauen, woran das liegt, und dem Baby zu helfen, beide Körperseiten zu benutzen.

Eine Lieblingsseite kann sich im Laufe der motorischen Entwicklung auf verschiedene Weise zeigen. Vielleicht schaut das Baby am liebsten zu einer Seite. Vielleicht liegt es in Rückenlage, von oben gesehen, mit dem Körper in einem Bogen zur selben Seite (C-Form, Bananenform). Vielleicht kippt es immer zur selben Seite oder hält in Bauchlage den Kopf schief. Vielleicht dreht es sich nur zu einer Seite um, und auf dem Bauch dreht es sich nur in eine Richtung im Kreis. Vielleicht robbt es einseitig, oder vielleicht krabbelt es mit einem aufgestellten Fuß (Tarzankrabbeln).

Manche Babys bekommen bei einer Lieblingsseite auch einen Schiefkopf, weil der Druck der Unterlage immer dieselbe Stelle am Hinterkopf trifft.

Ein Körper wird kräftiger und geschickter in den Bewegungen, die er nutzt und übt, und deshalb kann eine Lieblingsseite sich bis in die nächsten motorischen Meilensteine fortsetzen. Deshalb ist es sinnvoll, die motorische Entwicklung des Kindes zu unterstützen, wenn man eine Lieblingsseite bemerkt, damit die Seite, die das Baby nicht von selbst benutzt, wieder mehr in seine Bewegungen einbezogen werden kann.

Ich habe die folgenden Übungsprogramme für die verschiedenen Phasen einer Lieblingsseite entwickelt:

Wenn die Lieblingsseite sehr ausgeprägt ist, kann es natürlich sinnvoll sein, die Übungen noch individueller anpassen zu lassen. Es ist auch wichtig, abklären zu lassen, ob es einen besonderen Grund für die Asymmetrie gibt, z. B. wenn das Baby den Kopf nur sehr schwer zu einer Seite drehen kann oder einen Arm oder ein Bein deutlich weniger benutzt als die andere Seite. Sprich mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt, wenn du unsicher bist.

Ich biete Konsultationen in Aarhus, Kopenhagen oder online an.

Ich finde es wichtig, zu unterscheiden zwischen der Sorge um die motorische Entwicklung seines Kindes und dem Wunsch, sie zu unterstützen. Es muss nämlich kein Problem geben, und man muss sich nicht erst Sorgen machen, bevor es sinnvoll ist, die Motorik eines Kindes zu unterstützen.

Die Meilensteine auf dieser Seite beschreiben die durchschnittliche Entwicklung, und es gibt große Unterschiede darin, wann Babys die verschiedenen Fähigkeiten lernen. Wenn ein Baby etwas länger braucht, um sich umzudrehen, zu robben, zu krabbeln oder zu laufen, heißt das deshalb nicht unbedingt, dass etwas nicht stimmt.

Aber als Kinderphysiotherapeutin bin ich natürlich generell dafür, genauer hinzuschauen, warum ein Meilenstein auf sich warten lässt, statt einfach abzuwarten, bis er kommt. Vielleicht braucht das Baby etwas mehr Kraft, eine bessere Stabilität oder Hilfe, bestimmte Bewegungen zu koordinieren. Und oft können kleine Veränderungen beim Spielen im Alltag und ein paar gute, gezielte Übungen eine Hilfe sein.

Es ist aber immer wichtig, in sich hineinzuhorchen, ob wirklich Zeit und Kraft dafür da sind, wenn es nur um ganz normale Unterstützung geht. In diesem Fall kann es gut sein, dass im großen Ganzen etwas anderes wichtiger ist.

Es gibt ganz klar Situationen, in denen ich eine individuelle Einschätzung empfehle. Das gilt unter anderem, wenn ein Baby sehr steif oder sehr schlaff wirkt, deutliche Schwierigkeiten hat, sich zu bewegen, oder über längere Zeit keine ausreichenden Fortschritte zeigt. Und ich empfehle, sich an die Kinderarztpraxis zu wenden, wenn ein Baby Fähigkeiten verliert, die es vorher schon hatte.

Ich habe meine DeveloBaby-Übungsprogramme für die verschiedenen Phasen der motorischen Entwicklung zusammengestellt. Sie enthalten konkrete Spiele und Übungen, die sowohl zur ganz normalen motorischen Unterstützung genutzt werden können als auch für Babys, die etwas zusätzliche Hilfe brauchen, um weiterzukommen.

Mein wichtigster Rat ist deshalb, meine Meilensteine als Inspiration zu nutzen, um die Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen, und nicht als Liste von Dingen, die ein Baby zu genauen Zeitpunkten unbedingt können muss. Man kann viel tun, um seinem Baby gute motorische Erfahrungen zu ermöglichen, ohne dass das mit Sorgen verbunden sein muss.

Nicht alle Babys folgen in ihrer motorischen Entwicklung genau derselben Reihenfolge. Manche Babys überspringen z. B. das Robben und fangen direkt an, auf allen Vieren zu krabbeln. Das ist völlig in Ordnung, denn wenn ein Baby ein aktives Krabbeln koordinieren und stabilisieren kann, war das Robben keine notwendige Voraussetzung, um krabbeln zu lernen.

Wichtig ist: Wenn ein Kind einige Meilensteine überspringt, heißt das nicht unbedingt, dass etwas nicht stimmt oder dass es später im Leben motorische Schwierigkeiten bekommt. Motorische Entwicklung ist nicht hierarchisch aufgebaut, und man kann Körper und Gehirn ein Leben lang trainieren … zum Glück.

Aber … was wir immer wieder üben, darin werden wir gut, und die Muskeln, die wir benutzen, werden kräftiger. Deshalb ist es ein Vorteil, wenn ein Baby die Möglichkeit bekommt, die verschiedenen motorischen Meilensteine zu durchlaufen. Ganz einfach, weil jeder Meilenstein die Möglichkeit gibt, verschiedene Muskeln zu trainieren und neue Bewegungen zu üben und zu automatisieren. Wenn sich ein Baby umdreht, robbt, krabbelt und hochzieht, arbeitet der Körper auf unterschiedliche Weise mit Kraft, Gleichgewicht, Rotation des Körpers, Stabilisierung, Gewichtsverlagerung und Koordination.

Wenn ein Baby dabei ist, einen Meilenstein zu überspringen, empfehle ich, weiterhin Raum dafür zu lassen, genau diese Bewegung im Spiel zu üben. Ein Baby, das schon auf allen Vieren steht, kann z. B. noch viel davon haben, auf dem Bauch zu robben, und ein Baby, das angefangen hat zu laufen, kann immer noch viel vom Krabbeln haben.

Ein übersprungener Meilenstein ist also an sich kein Grund zur Sorge. Aber ich sehe keinen Grund, gute Gelegenheiten für die motorische Entwicklung auszulassen, wenn man einem Baby mit Spiel und Bewegung ein noch breiteres motorisches Fundament geben kann.

In meinen DeveloBaby-Übungsprogrammen habe ich ausgewählte Spiele und Übungen zusammengestellt, die die verschiedenen motorischen Meilensteine unterstützen.

Ja, wenn ein Baby zu früh geboren wurde (mehr als drei Wochen), sollte man grundsätzlich das korrigierte Alter zugrunde legen, wenn man die motorische Entwicklung und die Meilensteine beurteilt.

Das korrigierte Alter ist das Alter, das das Baby hätte, wenn es zum errechneten Termin geboren worden wäre. Ist ein Baby z. B. 8 Wochen vor dem Termin geboren und jetzt 6 Monate alt, entspricht das korrigierte Alter etwa 4 Monaten.

Man legt das korrigierte Alter meist zugrunde, bis das Kind etwa 2 Jahre alt ist, weil die zusätzlichen Wochen oder Monate, die das Kind eigentlich noch im Bauch verbracht hätte, natürlich beeinflussen, wann sich die verschiedenen Fähigkeiten entwickeln.

Es ist aber trotzdem wichtig, darauf zu schauen, wie sich das Baby bewegt, seinen Körper einsetzt und neue Fähigkeiten entwickelt. Das korrigierte Alter gehört also zur Beurteilung dazu, ersetzt aber keine individuelle Beurteilung der motorischen Entwicklung des Kindes.

Ja, den kann es geben. Kinder, deren frühe motorische Entwicklung verzögert ist, haben ein erhöhtes Risiko, auch später in der Kindheit motorische Schwierigkeiten zu haben. Aber längst nicht alle Kinder mit einer frühen motorischen Verzögerung bekommen später im Leben Schwierigkeiten.

Die motorische Entwicklung wird nämlich stark davon beeinflusst, wie das Kind seinen Körper im Laufe des Aufwachsens einsetzt. Der Körper wird besser in den Bewegungen, die er übt, und die Muskeln, die benutzt werden, werden kräftiger. Deshalb ist es wichtig, welche Möglichkeiten das Kind von Anfang an bekommt, sich zu bewegen, zu spielen und seinen Körper herauszufordern.

Es kann auch eine kleine Abwärtsspirale entstehen, wenn einem Kind bestimmte Bewegungen von Anfang an schwerfallen. Vielleicht machen Klettern, Rennen oder Ballspiele dann weniger Spaß und motivieren weniger, und das kann zu weniger Bewegungsfreude und insgesamt weniger Bewegung führen. Dadurch kann der Unterschied in den motorischen Fähigkeiten mit der Zeit wachsen.

Das ist einer der Gründe, warum ich für einen aktiven Umgang mit der motorischen Entwicklung von Kindern bin. Wenn sich ein Kind verzögert entwickelt oder sich mit bestimmten Bewegungen schwertut, finde ich es sehr sinnvoll, genauer hinzuschauen, woran es liegt, und dem Kind zu helfen, die Fähigkeiten zu entwickeln, die ihm schwerfallen.

Gehirn und Körper sind zum Glück ein Leben lang formbar, und motorische Fähigkeiten können durch Spiel und Training entwickelt werden. Frühe motorische Verzögerungen sind deshalb kein endgültiges „Urteil“ über die spätere Motorik eines Kindes.

Mein Ziel ist, dass alle Kinder möglichst gute Möglichkeiten bekommen, einen kräftigen, gut funktionierenden Körper zu entwickeln und die Freude daran zu erleben, ihn zu benutzen.

Sensorische Verarbeitung und motorische Entwicklung hängen eng zusammen. Jedes Mal, wenn sich ein Kind bewegt, nutzt das Gehirn Informationen aus den Sinnen, um zu spüren, wo sich der Körper befindet, wie er sich bewegt und wie viel Kraft für eine Bewegungsaufgabe nötig ist.

Besonders drei Sinne sind für die motorische Entwicklung wichtig: der Gleichgewichtssinn, die Eigenwahrnehmung (der Muskel- und Gelenksinn) und der Tastsinn. Sie helfen dem Kind unter anderem, das Gleichgewicht zu halten, den Körper zu stabilisieren, Bewegungen zu koordinieren und die Muskelkraft anzupassen.

Wenn ein Baby auf dem Bauch liegt, sich umdreht, sich auf dem Bauch im Kreis dreht, robbt, krabbelt, sich hochzieht und läuft, bekommt das Gehirn gleichzeitig viele Sinneseindrücke, die es verarbeiten lernen muss. So unterstützen sich sensorische Verarbeitung und Bewegung während der gesamten Entwicklung gegenseitig.

Manchen Kindern fällt es aber schwerer, bestimmte Sinneseindrücke genau zu verarbeiten. Manche brauchen z. B. sehr viel Bewegung, Druck oder Körperkontakt, um ihren Körper zu spüren und zur Ruhe zu kommen. Andere sind schnell reizüberflutet. Das kann beeinflussen, bei welchen motorischen Aktivitäten das Kind mitmachen möchte, und damit auch, wie viel es übt.

Deshalb interessiere ich mich als Kinderphysiotherapeutin genauso für die sensorische Verarbeitung eines Kindes wie für seine motorischen Fähigkeiten. Oft ist es nämlich sehr sinnvoll, an beidem gleichzeitig zu arbeiten.

Ich habe zwei Übungsprogramme mit dem Schwerpunkt sensorische Verarbeitung entwickelt:

  • DeveloBaby Babyschlaf ist für Babys und kleine Kinder von 4 Wochen bis 2 Jahren, die schwer zur Ruhe kommen, körperlich sehr unruhig sind oder Schlafprobleme haben, bei denen die sensorische Verarbeitung eine Rolle spielen kann. Das Programm enthält konkrete Übungen zur sensorischen Stimulation und Wissen über Babyschlaf.
  • DeveloBaby Sensorische Integration ist für Kinder von etwa 2 bis 12 Jahren, die besonders empfindlich auf bestimmte Sinneseindrücke reagieren oder ein großes Bedürfnis nach sensorischer Stimulation haben. Hier habe ich Wissen, Übungen und sensomotorische Spiele zusammengestellt, die dem Kind zu einer besseren Regulation und mehr Wohlbefinden im Alltag verhelfen können.

Quellen und fachliche Grundlage

Die Meilensteine auf dieser Seite habe ich, Maria Schultz Appelt, in Dänemark autorisierte Physiotherapeutin, erarbeitet, auf Grundlage meiner klinischen Erfahrung als Kinderphysiotherapeutin sowie von Fachliteratur, Forschung und dänischen und internationalen Empfehlungen zur motorischen, sensorischen, sprachlichen und sozialen Entwicklung von Kindern. Die Altersangaben beschreiben die typische Entwicklung und sind nicht als feste Anforderungen an das einzelne Kind zu verstehen. Zuletzt fachlich überprüft im Oktober 2026.

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Haftungsausschluss

Alle Inhalte auf DeveloBaby.com beruhen auf anerkannten fachlichen Standards in Dänemark. Du kannst also davon ausgehen, dass sie mit den Empfehlungen des öffentlichen Gesundheitswesens in Dänemark übereinstimmen. Hast du den Eindruck, dass dein Kind große Schwierigkeiten mit dem Schlaf oder der Motorik hat oder dass die allgemeinen Übungen nichts bewirken, kann eine Beratung nötig sein, in der die Übungen genau auf dein Kind abgestimmt werden. Wenn es deinem Kind nicht gut geht, wende dich natürlich immer an deine Kinderarztpraxis oder, in den ersten Wochen nach der Geburt, an deine Hebamme. Mehr erfahren.